DAS ÖSTERREICH

Vom richtigen Umgang mit einem fremden Hund

Damit die Begegnung mit einem fremden Hund auch glücklich ausgeht, finden Sie hier einige Tipps.

Nikita ist ein dreijähriges Bassetmädchen und besonders süß. Sie liebt alles und jeden, Kinder liebt sie noch ein bisschen mehr.

Wie es sich für einen anständigen Basset-Hound gehört, ist sie durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Auch nicht durch wildfremde Menschen, die sich ihr vor Freude laut kreischend nähern und sie ungefragt streicheln wollen. Nicht einmal, wenn jemand unvermittelt vor ihr auf die Knie fällt und sie umarmt. Auch festes Zwicken von kleinen Kinderhänden macht ihr nichts aus.

Mir bleibt in solchen Momenten allerdings kurz das Herz stehen. Schließlich kann ich nicht zu 100% garantieren, dass wirklich nie etwas passiert.

Ein Hund kann diese stürmischen Liebesbekundungen durchaus auch falsch verstehen und es passiert ein Unglück – Schuld hat dann wieder mal der Hund.

Damit die Begegnung mit einem fremden Hund auch glücklich ausgeht, ein paar Tipps:

  • Zuerst immer den Besitzer fragen, ob man den Hund streicheln darf. Der Besitzer kennt seinen Hund und weiß, ob der vielleicht Angst vor Männern mit Hut, Angst vor Kindern oder schlichtweg Schmerzen und einen schlechten Tag hat.
  • Den Hund immer zuerst an der Hand schnuppern lassen – niemand will von jemanden, der sich nicht einmal vorstellt, angefasst werden.
  • Dreht sich der Hund weg, will er keinen Kontakt. Beugen Sie sich dann nicht zum Hund hinunter – das kann dieser leicht als Angriff werten!
  • Schauen Sie einem fremden Hund niemals direkt in die Augen. Unter Hunden gilt Anstarren als Bedrohung. Das gilt besonders dann, wenn Sie Angst vor Hunden haben. Der Hund kann Ihre Angst riechen, er kann aber zwischen Angst und Aggression nicht unterscheiden. Starren Sie ihn dann auch noch an, ist Ärger vorprogrammiert. Besser Sie gehen auf der Seite des Besitzers vorbei und drehen leicht den Kopf zur Seite.
  • Tätscheln Sie dem Hund nicht von oben herab den Kopf, das ist eine Dominanzgeste. Viel lieber werden Hunde hinterm Ohr gekrault und am Hals gestreichelt.
  • Nehmen Sie einem fremden Hund niemals sein Spielzeug weg, es gehört ihm.
  • Respektieren Sie bitte Hundeauslaufzonen: Kinder und Radfahrer haben hier nichts verloren.

Natürlich sollen auch Hundehalter ihren guten Teil zu einem harmonischen Miteinander beitragen. Dazu gehört:

  • Hunde an der Leine zu führen (Ausnahme: Hundezonen und Hundeauslaufplätze), an öffentlichen Plätzen, Märkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln auch einen Beißkorb anlegen. Auch auf Radwegen, Mountainbike-Strecken, Langlaufrouten und Skipisten darf Ihr Hund nicht frei laufen.
  • Unbedingt die Hinterlassenschaften Ihres Lieblings wegzuräumen.
  • Vermeiden Sie Situation, die Ihrem Hund unangenehm sind – wählen Sie einfach die andere Straßenseite.
  • Schließen Sie eine Hundehaftpflichtversicherung ab – damit ein Unglück nicht auch zum finanziellen Fiasko wird. In manchen Bundesländern ist das ohnehin Pflicht.
  • Vergessen Sie nicht, dass für manche Rassen ein Hundeführschein Pflicht ist.
  • Respektieren Sie, dass nicht jeder Hunde mag oder jemand einfach Angst vor ihnen hat
  • Der Besuch einer Hundeschule ist für Besitzer und Hund empfehlenswert.

Nikita und ich wünschen allen ein fröhliches, angstfreies und harmonisches Miteinander!

Was passieren kann, wenn man schlafende Hunde doch weckt und wie der OGH darüber entscheidet, lesen Sie hier.

Seit 2000 bei der D.A.S. – und noch immer macht ihr die Arbeit Spaß. Neben der Abwicklung von Schadenfällen im RechtsService Ausland unterstützt sie die Kolleginnen und Kollegen bei rechtlichen Fragen und dem Verfassen von Artikeln. Mit ihrem Mann, fünf Hunden und zwei Zwergwidderkaninchen lebt, kocht und lacht sie ganz im Osten Österreichs.

Wir freuen uns über Ihre Kommentare – ob Lob, Kritik oder sachliche Diskussion! Bitte lesen Sie unsere Hinweise zu Kommentaren!

Ich habe die Datenschutzrichtlinien gelesen und akzeptiere diese.