DAS ÖSTERREICH

Verbotene Urlaubssouvenirs

Der Sommer naht in großen Schritten, auch wenn das Wetter zwischendurch einen anderen Eindruck erweckt. Das bedeutet, dass auch die heiß ersehnte Urlaubszeit näher rückt. Nicht selten ist die lang geplante Reise aber viel zu schnell vorbei. Was eignet sich da besser als ein schönes Mitbringsel vom Urlaubsort. So kann man sich ein kleines Stück Urlaubsfeeling mit nach Hause nehmen oder/und seine Lieben damit beschenken. Was jedoch bei der Pirsch nach dem perfekten Urlaubssouvenir oft nicht bedacht wird: Nicht jedes Mitbringsel darf mitgenommen werden oder nur in beschränkten Mengen. Die D.A.S. Rechtsberatung hat die wichtigsten Punkte zu Mengenbeschränkungen, Artenschutz und Zollfreigrenzen zusammengefasst.

Sind Muscheln, Korallen etc. als Urlaubssouvenirs erlaubt?

Vorsicht! Kleine Schnitzereien aus Tropenhölzern oder am Strand gesammelte Muscheln etc. entpuppen sich schnell als verbotenen Urlaubssouvenirs. Es drohen Geldstrafen bis zu 40.000 Euro. Sogar Freiheitsstrafen bis zu 2 Jahren sind möglich.

Grund dafür ist der Artenschutz. Besonders bekannt in dem Zusammenhang ist das Washingtoner Artenschutzübereinkommen „CITES“. Dieses Übereinkommen regelt den nachhaltigen Handel von speziell bedrohten Pflanzen und Tieren. „CITES“ soll die Gefährdung der bedrohten Flora und Fauna einschränken.

Vermeintlich beliebte Souvenirs, wie z.B. Muscheln, stehen daher oft auf der „verbotenen Liste“. Vereinzelt dürfen bestimmte Pflanzen und Tierarten in die EU nur mit spezieller Ausfuhrgenehmigung der CITES-Behörde und Einfuhrgenehmigung des österreichischen Umweltministeriums eingeführt werden. Es gibt jedoch auch bestimmte Pflanzen und Tierarten, die jedenfalls verboten sind und daher auch nicht genehmigt werden können (z. B. Elfenbein, Korallen, etc.).

Tipp der D.A.S. Rechtsberatung: Die Tatsache, dass Urlaubsmitbringsel den Touristen zum Verkauf angeboten werden, bedeutet nicht, dass sie auch in die EU eingeführt werden dürfen. Informieren Sie sich daher rechtzeitig, was Sie kaufen dürfen und was nicht.

Eine Auflistung, welche Tiere und Pflanzen CITES unterliegen findet man z.B. hier:
https://www.bmnt.gv.at/umwelt/natur-artenschutz/cites/artenlisten.html

Dürfen Antiquitäten aus dem Urlaubsland mitgenommen werden?

Auch hier muss man aufpassen. Je nachdem um welche Antiquitäten oder Kunstgegenstände es sich handelt, kann der Kulturschutz zum Tragen kommen. Kulturgüter (z. B. Kunstwerke und Antiquitäten, die die Geschichte eines Landes wiederspiegeln) haben nämlich besondere Bedeutung und großen ideellen Wert für das jeweilige Land. Diese Gegenstände sind besonders wichtig, um die kulturellen Werte zu sichern und für spätere Generationen zu bewahren. Dementsprechend gibt es auch Einschränkung, was die Verbringung aus dem Herkunftsland betrifft. Regelmäßig ist die Ausfuhr solcher Güter nur mit einer Genehmigung zulässig.

Beispielsweise ist in Griechenland die Ausfuhr von Antiquitäten ohne Genehmigung des griechischen Kulturministeriums verboten und strafbar. Auch in Kroatien ist die Ausfuhr von Kultur- und Kunstgegenständen ohne Genehmigung unzulässig.

Was als Kulturgut gilt, variiert natürlich von Land zu Land. Es ist daher wichtig, sich bereits vorweg genau zu informieren, welche Regelungen es auf nationaler und internationaler Ebene gibt.

Welche Auswirkungen haben Zollfreigrenzen?

Auch der Zoll hat ein Wörtchen bei Urlaubssouvenirs mitzureden. Auch wenn das Souvenir nicht gegen „CITES“ verstößt oder ein Kulturgut darstellt, gibt es Einschränkungen.

Stichwort: Zollfreigrenzen!!!

Flugreisende aus Nicht-EU-Ländern dürfen grundsätzlich nur Waren für den persönlichen Gebrauch im Wert von 430 Euro einführen. Reisende mit anderen Verkehrsmitteln sind auf 300 Euro beschränkt. Für Minderjährige unter 15 Jahren gilt eine generelle Grenze von 150 Euro.  

Tipp der D.A.S. Rechtsberatung: Achten Sie darauf, dass Sie für jeden Einkauf eine Rechnung vorweisen können.
Kann man Einkäufe nicht entsprechend belegen, schätzt der Zoll den Warenwert. Legt man unrichtige Belege vor oder versucht man, Waren beim Zoll durchzuschmuggeln, drohen eine Steuernachzahlung und hohe Geldstrafen.

Dürfen auch kulinarische Spezialitäten aus dem Urlaubsort mitgenommen werden?

Es ist nicht verwunderlich, dass es auch bei Lebensmitteln (wenn auch nur zum Eigenbedarf) Einschränkungen bzw. Mengenbegrenzungen gibt. Dabei kommt es darauf an, um welche Art Lebensmittel es sich handelt (Fleisch, Fisch, Milcherzeugnisse, Obst, Gemüse, Getränke, etc.) und aus welchem Land man die Lebensmittel einführen will. Bis zu den jeweils angeführten Mengen benötigen Sie keinerlei Dokumente bzw. bedarf es keiner Untersuchung bei der Einfuhr.

In welchem Ausmaß etwa tierische Erzeugnisse mitgebracht werden dürfen, kann man in folgendem Dokument des Zolls nachlesen: Veterinärbestimmungen für Waren tierischen Ursprungs für den persönlichen Verbrauch.

Beispiele:

Kaviar darf nur im Ausmaß von maximal 125 Gramm mitgenommen werden. Wobei es hier auf die Art des Störs ankommt – Artenschutz!

Obst oder Fruchtgemüse (z. B.: Tomaten, Melonen etc.) mit Ursprung aus europäischen Ländern bzw. Ländern des Mittelmeerraums, darf z. B. im Ausmaß von 3 Kilogramm mitgenommen werden.

Überschreitet man die vom Zoll vorgegebenen Mengen, darf man die Waren nur mit speziellen Bescheinigungen/Zeugnissen einführen. Die Einfuhr kann zudem nur über bestimmte Zollämter erfolgen.

Aber Achtung: Ist im Urlaubsland eine Tierseuche oder Pflanzenschädlingsplage ausgebrochen, kann unabhängig von der Menge ein Einfuhrverbot durch den Zoll verhängt werden. Dies soll eine Ausbreitung im Inland verhindern und die heimische Flora und Fauna schützen.

Wo kann ich mich Informieren?

Das Wichtigste vorweg: Informieren Sie sich bereits vor Antritt der Reise über die wichtigsten Ein- und Ausfuhrbestimmungen des jeweiligen Urlaubszieles. Denn auch hier gilt: „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“

Die einschlägigen Informationen zum Thema „Zoll“ erhält man beim Bundesministerium für Finanzen. Neben einer Vielzahl von Informations-Links wird mittlerweile auch eine App angeboten. Über diese erfährt man auch im Offline-Modus Details zu den einzelnen Einreisebestimmungen. Zu verbotenen Tier- und Pflanzenarten gibt auch das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus Auskunft. Informationen bekommt man darüber hinaus auch bei den jeweiligen Reiseveranstaltern, Autofahrerclubs, sowie bei den einschlägigen Artenschutzvereinen.

„Abwarten und Teetrinken“ ist nicht die Devise der Juristinnen und Juristen der D.A.S. Rechtsberatung. Ständig unter Strom sind sie für D.A.S. Kunden im Einsatz und beantworten energiegeladen schriftlich und telefonisch (Kontaktdaten) Rechtsfragen. Um garantiert keine Langeweile aufkommen zu lassen, schreiben sie zusätzlich juristische Artikel und beantworten Rechtsfragen anderer D.A.S. Abteilungen.

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