DAS ÖSTERREICH

Urlaub bei Freunden – Feel like a local

Ferne Länder, andere Kulturen, neue Erfahrungen – drei gute Gründe, um zu verreisen. Vor allem SchülerInnen und StudentInnen haben dafür auch ausreichend Zeit. Die finanziellen Mittel für teure Hotels haben allerdings nur wenige. Deshalb nutzen vor allem junge Leute günstige Alternativen wie zum Beispiel Couchsurfing.

Was Sie beim Couchsurfen beachten sollten

Beim Couchsurfing stellen Menschen aus aller Welt anderen Reisenden Schlafplätze kostenlos in ihren Wohnungen zur Verfügung. Die Couchsurfer registrieren sich auf einer Online-Plattform.

Dabei machen sie verschiedene Angaben zu ihrer Person, über ihre Bereitschaft und über die maximale Anzahl von Couchsurfern, die sie aufnehmen können etc. Wer eine Couch in Anspruch nehmen möchte, muss nicht gleichzeitig auch eine anbieten.

Besonders reizvoll am Couchsurfing: Es ist nicht nur kostengünstig, oft lassen die Gastgeber Couchsurfer auch an ihrem Alltag teilhaben.

Das kann natürlich positive wie negative Auswirkungen für Sie haben. Sie begeben sich schon in eine Art Abhängigkeitsverhältnis. Wenn Ihr Gastgeber in seiner Wohnung feiert, werden Sie wohl oder übel mitfeiern.

Als Couchsurferin, die nur gute Erfahrungen gemacht hat, will die Autorin jetzt gar kein Misstrauen schüren. Vorsicht und Vernunft walten zu lassen, ist aber sicher kein schlechter Rat. Was sollten Sie beim Couchsurfing beachten?

  • Lesen Sie Kommentare: Klar, Couchsurfing suggeriert uns, dass die ganze Welt eine große Familie ist. Ein bisschen Vorsicht kann aber trotzdem nicht schaden. Lesen Sie die Kommentare, die zu Ihrem potenziellen Couchsurfing-Host geschrieben worden sind. Schreiben Sie über die Plattform andere Gäste an, die bei ihm/ihr bereits genächtigt haben. Sicher ist sicher.

 

  • Geben Sie nicht jedes Detail preis. Auf der Plattform kann man angeben, wo man wann unterwegs sein wird. Diese Information könnte auch jemanden interessieren, der in Ihre Wohnung einbrechen möchte. Lassen Sie genaue Informationen zu Ihrem Wohnort weg. Vermeiden Sie Zeitangaben bei ihren geplanten Urlaubsreisen.

 

  • Fragen Sie vorher nach, welche Schlafutensilien Sie brauchen. Aber richtige Backpacker werden ohne Matte und Schlafsack sowieso nicht auf Reisen gehen.

 

  • Ein bisschen Abwechslung tut gut: Sie haben eine lange Reise geplant? Couchsurfing ist eine tolle Möglichkeit, Menschen und Kulturen kennen zu lernen. Manchmal hätte man aber auch gern auf Reisen ein bisschen Ruhe und Unabhängigkeit. Gönnen Sie sich zwischendurch einen Hostel- oder Hoteltag und entscheiden Sie selbst, was Sie sich in einer Stadt/Region ansehen möchten.

 

  • Fühlen Sie sich bei einem Gastgeber unsicher? Folgen Sie Ihrer Intuition und wechseln Sie das Quartier.

 

  • Bereiten Sie einen Plan B vor. Es wäre schon unangenehm, in einer fremden Gegend spät abends anzukommen und versetzt zu werden. Die Adresse eines Hostels ist ein gutes Backup für solche Fälle.

 

  • Denken Sie an ein Mitbringsel. Zwar bringen Couchsurfing-Gastgeber gerne Gäste unter, über eine Kleinigkeit freut sich aber jeder. Süßigkeiten oder ein anderes kleines Geschenk aus der Heimat machen sich bestimmt gut. Aus eigener Erfahrung werden Gastgeber auch sehr gerne einmal bekocht.

Wenn Sie überlegen, Couchsurfer bei sich aufzunehmen oder selbst auf diese Art zu reisen, sind hier einige Informationen (ACHTUNG: österreichisches Recht – im Ausland kommt anderes Recht zur Anwendung).

Wer haftet, wenn jemand etwas in meiner Wohnung beschädigt?

Hier kommt es auf das Verschulden an. Der Couchsurfer haftet schon bei leichter Fahrlässigkeit. Wenn jedoch kein Verschulden gegeben ist, muss ich als Unterkunftgeber den Schaden selbst tragen („Casum sentit dominus“ – bei Zufall haftet der Eigentümer selbst). Meist wird der Couchsurfer aber schon wieder abgereist sein, bis man den Schaden entdeckt bzw. beziffern kann. Für alle Fälle sollte man sich Daten geben lassen (Reisepass, Führerschein). Ob die eigene Haushaltsversicherung bezahlt, ist fraglich.

Was passiert, wenn sich in meiner Wohnung jemand verletzt (z.B. Gast rutscht in meiner Dusche aus und verletzt sich)?

Das ist grundsätzlich eine Gefahr des täglichen Lebens.
Es stellt sich hier nur die Frage, warum er ausrutscht: Wenn es sich um eine mangelhafte/kaputte/nicht ordnungsgemäß installierte Dusche handelt, könnte der Verletzte Schadensersatzansprüche geltend machen.

Dabei muss aber zumindest ein grobes Verschulden des Eigentümers vorliegen. Die Beweislast für den Schaden/das Verschulden trifft den Gast.

Der Gastgeber versetzt mich/sagt kurzfristig ab – was nun?

Der Couchsurfer kommt am Reiseziel an und der Gastgeber sagt kurzfristig ab. Das ist eine wirklich unangenehme Vorstellung. Grundsätzlich begründet dies eine Schadensersatzpflicht des Gastgebers. Weil die Aufnahme aber unentgeltlich wäre, ist hier eine Haftungsprivilegierung anzuwenden.

Der Host muss nur Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit vertreten. Folglich müsste der Gastgeber, der dem Reisenden vorsätzlich den Eintritt in seine Wohnung nicht gewährt, Schadensersatz für eine Ausweichmöglichkeit bezahlen (in der Praxis oft Beweis- und Durchsetzungsproblem).

Was kann ich tun, wenn mein Gepäck gestohlen wird oder verschwindet?

Der Gastgeber hat beim Couchsurfing keinen entgeltlichen Verwahrungsvertrag abgeschlossen. Er muss also nicht auf die mitgebrachten Sachen „aufpassen“. Er muss lediglich einen Ort bereitstellen, wo das Gepäck hingestellt werden kann.

Bis Jänner 2018 war Katharina Waltner für den D.A.S. Online-Bereich zuständig.
In ihrer Freizeit vertieft sie sich sehr gerne in Bücher und Zeitschriften. Als leidenschaftliche Kino-Geherin ist sie gerne zu Auskünften zur Popcornfrische in den verschiedensten Lichtspieltheatern bereit.

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