DAS ÖSTERREICH

Tattoos & Piercings – was man dazu wissen sollte!

Piercings und Tattoos sind ein immer beliebter werdender Körperschmuck, besonders bei der jüngeren Generation. Doch worauf müssen Sie bei der Wahl des Piercingstudios achten? Können Piercings auch gesundheitliche Folgen haben? Und welche rechtlichen Aspekte müssen Sie beachten? Gemeinsam mit der D.A.S. Rechtsberatung haben wir hier die wichtigsten Infos zusammengefasst.

Allgemeine Informationen

 

Was sollte man bei der Wahl des Tattoos- bzw. Piercingstudios beachten? Checkliste für sicheres Piercen:

  • das Piercingstudio sollte über Risiken und Spätfolgen informieren
  • das Piercingstudio sollte nach Krankheiten und Allergien fragen
  • das Piercingstudio sollte über rechtliche Aspekte, Risiken, Folgen und Nachbehandlungen informieren und Kunden und Kundinnen eine Einverständniserklärung vorlegen
  • die Piercing-Kabine sollte sauber sein
  • alle Materialien sollten steril verpackt sein

Stören Piercings die Meridiane im Körper und welche Folgen kann dies haben?

Meridiane sind Energiebahnen in unserem Körper, die die Vitalenergie in unserem Körper verteilen.

An bestimmten Punkten des Körpers können Piercings die Energieflussbahnen unterbrechen und somit Migräne, Allergien oder Unfruchtbarkeit auslösen. Zum Beispiel Bauchnabelpiercings sitzen unter Umständen genau auf bzw. in einem der beiden Hauptmeridiane.

Geben nickelhaltige Piercings gesundheitsschädliche Stoffe an den Körper ab? Können zu viele nickelhaltige Piercings gesundheitsschädlich sein?

Nickelhaltige Piercings geben Stoffe an den Körper ab. Gesundheitsschädlich ist Nickel jedoch nur in höheren Dosen, sensible Personen reagieren aber bereits auf geringere Mengen.

Was ist bei der Nachversorgung von Tattoos zu beachten?

  • 3-4 Wochen Verzicht auf Vollbäder/Hallenbad-, Sauna-, Solariumbesuche. UV- Strahlung unbedingt vermeiden!
  • Sie sollten keine strukturierten, grobfasrigen oder derbe Stoffe auf einer Tätowierung tragen, weder Hosennaht noch BH sollte auf dem Tattoo aufliegen/reiben
  • sollte in der Heilungsphase ein starker Juckreiz einsetzen, nicht kratzen
  • 2-3 mal täglich eincremen

Können sich Schwangere tätowieren/piercen lassen oder sollten diese es lieber bleiben lassen?

Das Piercen ist nicht verboten, jedoch besteht eine erhöhte Komplikationsgefahr, da dadurch eine offene Wunde entsteht, die sich infizieren kann. Wer sein Piercing während und nach der Geburt tragen möchte, hat die Möglichkeit, sich Schmuck aus Teflon (PTFE) oder Bioplast einsetzen zu lassen. Dieser ist flexibel, weich und unbedenklich.

Tätowieren ist während der Schwangerschaft verboten.

Weitere Umstände, unter denen man nicht tätowiert werden darf:

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Alkohol-und Drogeneinfluss
  • Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten (z.B. Aspirin)
  • Oberflächenanästhesie (Betäubung)
  • bei folgenden Krankheiten: Grippe oder Erkältung, Epilepsie, Hämophilie (Bluter), Diabetes

Wie pflegt man tätowierte Haut bei Schwangerschaft? Kann man sein Tattoo selbst entwerfen?

  • viele Tätowierer designen auch zusammen mit dem Kunden ein persönliches Motiv. Sie können somit Ihre eigenen Ideen und Skizzen als Tattoo verwirklichen.
  • ob ein Tattoo am Bauch nach der Schwangerschaft wieder so wird wie zuvor, hängt vom Bindegewebe der Frau ab. Besonders bei jungen Müttern mit straffer Haut reißt das Bindegewebe häufig schneller, wodurch Schwangerschaftsstreifen entstehen. Eincremen hilft als Vorbeugung, ist jedoch keine Garantie, um Dehnungsstreifen zu verhindern.

Gibt es Tattoos, die wieder verblassen?

Biotattoos werden im Gegensatz zu normalen Tattoos mit Nadeln und Farben gestochen, die für Permanent-Make up gedacht sind.

Die Tattoo Shops werben damit, dass die Farbe nur in obere Hautschichten eingebracht wird, die sich ständig erneuern. Dadurch wäre ein solches Tattoo nur wenige Monate oder Jahre sichtbar. Biotattoos sind jedoch sehr umstritten, da es den Tätowierern selten gelingt, nur in die oberen Hautschichten zu stechen.

 

Rechtliche Aspekte – die Tipps der D.A.S. Rechtsberatung:

 

Was gibt es allgemein zu beachten?

Rechtlich betrachtet stellt Tätowieren bzw. Piercen einen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit dar. Personen, die sich tätowieren oder piercen lassen möchten, müssen daher eine schriftliche Einwilligung erteilen. Ohne Einwilligung stellt das Stechen von Körperschmuck eine Körperverletzung dar. Das kann gegebenenfalls straf- und zivilrechtliche Folgen (Anzeige wegen Körperverletzung, Schmerzengeld…) nach sich ziehen.

Vor der Einwilligung muss die zu piercende oder tätowierende Person (und ggf. der Erziehungsberechtigte) über alle damit verbunden Risiken aufgeklärt werden. Diese Aufklärung hat – aus Nachweisgründen – schriftlich zu erfolgen. Erhält der Piercer bzw. Tätowierer dadurch Hinweise auf gewisse Krankheiten (z.B. Diabetes, HIV, Allergien, etc.) darf nicht tätowiert oder gepierct werden.

Hält sich der Piercer/Tätowierer nicht an die gesetzlichen Vorschriften, kann bereits ein einziger Verstoß zum Entzug der Gewerbeberechtigung führen.

Bis zu welchem Alter brauchen Jugendliche die Erlaubnis eines Erziehungsberechtigten?

Altersgrenze bei Tattoos:

Minderjährige unter 16 Jahren dürfen niemals tätowiert werden. Ab dem vollendeten 16. Lebensjahr ist ein Tattoo nur mit schriftlicher Einwilligung eines Erziehungsberechtigten erlaubt.

Altersgrenze bei Piercings:

Im Gegensatz zu Tattoos dürfen sich Minderjährige, mit Einwilligung des Erziehungsberechtigten, bereits ab dem vollendeten 14. Lebensjahr piercen lassen. Nur wenn anzunehmen ist, dass die gepiercte Stelle innerhalb von 24 Tagen verheilt (z.B. Nasenflügel), kann von der Einwilligung abgesehen werden.

Gibt es „verbotene“ Tattoos?

Grundsätzlich gilt: erlaubt ist, was gefällt. Rechtsextremistische Symbole und Zeichen sind aber verboten.

Wer darf ein Tattoo/Piercing stechen und kann man das überprüfen?

Tätowierer und Piercer zählen in Österreich zur Innung der Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure. Um dieses Gewerbe ausüben zu dürfen, braucht man einen Gewerbeschein.

Um zu prüfen, ob der gewählte Tätowierer/Piercer die gesetzlichen Anforderungen einhält, ist es ratsam, sich direkt im Studio den Gewerbeschein und andere Qualifikationsnachweise zeigen zu lassen. Auch die Österreichische Wirtschaftskammer (WKÖ) kann Auskunft geben, ob das Studio über die vorgeschriebene Gewerbeberechtigung verfügt.

Arbeitsrechtliche Konsequenzen: Inwieweit kann der Arbeitgeber Tattoos und Piercings verbieten?

Grundsätzlich kann man individuell bestimmen, wie man seinen Körper schmücken möchte. Abhängig von der Branche, kann der Arbeitgeber jedoch, wenn er ein begründetes Interesse daran hat, Regeln über Körperschmuck aufstellen. Ein Verbot bzw. eine Einschränkung muss jedenfalls sachlich gerechtfertigt sein.

In gewissen Fällen kann das Tragen von Körperschmuck aus Gründen des Arbeitnehmerschutzes verboten sein. Beispielsweise besteht bei gewissen handwerklichen Berufen, z. B. wenn man Maschinen betätigen muss, die Gefahr, dass man mit Schmuck hängen bleibt und man sich schwer verletzt.

Auch aus hygienischen Gründen kann das Tragen von (Piercing)Schmuck verboten werden, z.B. in medizinischen Berufen und Pflegeberufen oder beim Umgang mit Lebensmitteln. Ob man hier verpflichtet ist den Schmuck rauszunehmen oder ihn hygienisch abzudecken, hängt vom Einzelfall ab.

 

Quellen:

Neben ihrem Kommunikationsstudium an der FH Wien arbeitet sie als Projektassistentin in der D.A.S. Betriebsorganisation. Wenn sie mal nicht den Projektleitern unter die Arme greift und diese bei ihren Projekten unterstützt, findet man sie wahrscheinlich an einem sonnigen Plätzchen ein gutes Buch lesend. Aber auch sportlich ist sie auf Trab. Denn gerne verbringt sie ihre Freizeit auf dem Fahrrad und radelt durch Wien.

4 Kommentare

  1. sophielila am 24. Januar 2018 um 9:59

    hat mir weiter geholfen :)

    1. Anna Moosbeckhofer am 25. Januar 2018 um 17:28

      Das freut uns sehr :)

  2. Irma am 28. April 2016 um 15:35

    Ein sehr guter, informativer Artikel. Was Tattoos und besonder Piercings angeht sollte man wirklich auf die Hygiene achten. Ein seriöses Studio sollte den Kunden ausgiebig darüber informieren, ebenso über die Risiken.
    Ich danke Ihnen für den super Beitrag.
    Mit besten Grüßen,
    Irma

  3. Ingrid Neider am 29. Juni 2015 um 13:31

    Danke liebe Frau Greilinger
    .für diese Info glaube aber nicht, dass ich der Ansprechpartner bin …warte auf eine Nachricht von Herrn Mag.Fellner – den Sie mir empfohlen haben und ich ihn auch schon konsultiert habe…..alles Liebe für Sie und freundliche Grüsse Neider Ingrid Infi

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