DAS ÖSTERREICH

Alles rund um die E-Zigarette

Es gibt sie fruchtig in Erdbeer-, Birnen- oder Zitronen- Geschmack. Wer Kräuter und Gewürze mag, greift zu Salbei, Melisse oder Oregano. Besonders Experimentierfreudige probieren außergewöhnliche Sorten wie Marshmallow, Waffel oder Sahne aus. Wir sprechen hier nicht von Fruchtsäften, Cocktails oder besonderen Drinks. Die Rede ist von der E-Zigarette, die für viele Menschen eine neue Alternative zur normalen Tabakzigarette ist. Hier finden Sie die wichtigsten Infos dazu.

Für das Rauchen einer E-Zigarette bzw. die E-Zigarette selbst, gibt es heutzutage bereits einen eigenen Begriff, nämlich „vape/Vape“. Das Wort beschreibt als Verb das Ein- und Ausatmen von Rauch einer E-Zigarette, es kann aber auch als Nomen das elektronische Rauchgerät beschreiben. Das Wort „vape“ wurde heuer sogar von den renommierten Oxford Dictionaries zum „Wort des Jahres 2014“ gekürt.  Im Vergleich zum Vorjahr wird dieser Begriff doppelt so oft verwendet. Doch so viel dazu. Nun zur eigentlichen E-Zigarette:

Wie funktioniert eine E-Zigarette?

Die E-Zigarette besteht im Wesentlichen aus einem Mundstück, einem Tank, einem Verdampfer und einem Akku. Sie verbrennt keinen Tabak, sondern mit dem Akku wird eine Flüssigkeit (Liquid) erhitzt und aus dieser entsteht ein Dampf, der vom Raucher inhaliert wird. Es gibt sowohl nikotinhaltige als auch nikotinfreie Liquids.

Wann ist sie auf den Markt gekommen?

2003 entwickelte der chinesische Pharmazeut Hon Lik in Peking die erste moderne elektrische Zigarette. Drei Jahre später kam die E-Zigarette auch in Europa auf dem Markt.

Wo gibt es E-Zigaretten zu kaufen?

Bislang konnte man E-Zigaretten in Trafiken, Apotheken und Online-Shops erhalten. Am 11.12.2014 hat der Nationalrat jedoch beschlossen, dass E-Zigaretten und E-Shishas unter das Tabakmonopol fallen sollen. Das hat zur Folge, dass E-Zigaretten jeglicher Art nur noch in Trafiken verkauft werden dürfen. Das Gesetz soll mit 1. April 2015 in Kraft treten. Händler, die keine Trafikanten sind, haben bis zu diesem Datum Zeit, sich auf die Gesetzesänderung einzustellen.

In Österreich ist der Verkauf von nikotinhaltigen E-Zigaretten verboten. Der Gebrauch selbst ist aber erlaubt. Daher gibt es in Apotheken und in Trafiken jedoch nur nikotinfreie Depots zu kaufen. E-Zigaretten mit Nikotin werden derzeit nur über ausländische Online-Shops angeboten.

Gibt es schon viele „Dampfer“?

Der Markt für E-Zigaretten ist zwar noch klein, wächst aber rasant. Der Marktanteil der E-Zigarette steigt in den USA laufend und heuer werden sich die Umsätze laut Schätzungen auf 1,7 Milliarden Dollar beinahe verdreifachen. Wie das Fachmagazin Tabacco Control berichtete, kommen Monat für Monat im Schnitt zehn neue Marken hinzu. US Forscher fanden bei ihrer Internet-Recherche mehr als 460 Marken und fast 7.800 verschiedene Geschmacksrichtungen.

Werden die E-Zigaretten vielleicht irgendwann die Zigarette ersetzen?

Initiativen warnen davor, die E-Zigarette als gesündere Alternative oder gar zur Raucherentwöhnung zu verwenden. Der erzeugte Nebel kann Atemwegsreizungen verursachen. Sollte im Liquid Nikotin enthalten sein, macht es auch in verdampfter Form körperlich und physisch abhängig.  Außerdem gibt es derzeit noch zu wenige Studien über die gesundheitlichen Auswirkungen bei wiederholtem und langfristigem Gebrauch.

Welche Arten von E-Zigaretten gibt es?

Mittlerweile gibt es schon sehr viele Arten von E-Zigaretten, die sich durch die Form, Farbe, Technik und Benutzung unterscheiden. Folgende Typen sind am beliebtesten:

  • Slim-Zigarette/Minizigarette: Die Slim Zigarette ist der normalen Zigarette in Größe und Aussehen am ähnlichsten.
  • 510-T: Die 510-T E-Zigarette sieht nicht mehr wie eine normale Tabakzigarette aus und ist etwas größer. Sie ist mit manueller und automatischer Aktivierung erhältlich.
  • eGo-Familie: Die eGo Modelle sind heutzutage die am häufigsten verwendeten E-Zigaretten. Sie sind um einiges größer als eine normale Zigarette und bieten dafür auch eine bessere Leistung.
  • E-Zigarre: Auch für die Zigarre gibt es eine elektronische Alternative. Die E-Zigarre ist ungefähr gleich groß wie eine normale Zigarre.
  • E-Pfeife: Die E-Pfeife ist das größte elektronische Rauchgerät. Sie ist so groß wie eine normale Pfeife.

Ist das „Dampfen“ gesundheitsschädlicher als eine normale Zigarette oder doch gesünder?

Derzeit gibt es noch zu wenige Studien, die die Risiken der E-Zigarette belegen. Laut einer Studie der New York University werden beim E-Rauchen krebserregende Giftstoffe eingeatmet und die Häufigkeit und Intensität des Konsums werden als bedenklich erachtet. Das deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg berichtet, dass die vorliegenden Studien derzeit keine verlässliche Einschätzung der gesundheitlichen Auswirkungen der E-Zigaretten zulassen. Die elektronische Zigarette scheint vom gesundheitlichen Aspekt her weniger schädlich zu sein, jedoch nicht unbedenklich. Nikotin in der E-Zigarette macht genauso süchtig wie in der normalen „Tschick“.

Was ist in den sogenannten Liquids enthalten?

Die Liquids bestehen aus folgenden Inhaltsstoffen:

  • Glycerin: Glycerin wird erhitzt und verdampft. Es verschafft die Illusion vom Zigarettenrauch
  • Propylenglycol
  • Aromastoffe: Bei der E-Zigarette stehen anders als bei der normalen Zigarette die Aromen im Vordergrund. Mittlerweile gibt es wohl kein Aroma, das es nicht auch als Liquid gäbe.
  • (Nikotin)

Verstoßen E-Zigaretten gegen den Nichtrauchschutz? Fallen sie unter das Tabakgesetz?

Die E-Zigarette ist im Tabakgesetz nicht erwähnt. Die Benutzung derselben ist gesetzlich nirgends geregelt und unterliegt somit nicht den gültigen Nichtraucher-Bestimmungen. Es ist aber davon auszugehen, dass im laufe der nächsten Jahre das Tabakgesetz entsprechend ergänzt wird, um Rechtssicherheit zu bekommen. Ob danach das „Dampfen“ von E-Zigaretten weiterhin uneingeschränkt erlaubt ist, bleibt abzuwarten.

Darf man in Lokalen, Restaurants oder Bars sowie in Zügen, Flugzeugen, etc. dampfen?

E-Zigaretten dürfen, da sie nicht gegen die Nichtraucher-Bestimmungen verstoßen, auch in Nichtraucherzonen uneingeschränkt verwendet werden.

Wie kann ein Unternehmen trotzdem vermeiden, dass E-Zigaretten „gedampft“ werden?

Die beste Möglichkeit wäre einen entsprechenden Passus in die „Hausordnung“ aufzunehmen. Diese Vorgehensweise ist nach derzeitiger Rechtslage korrekt und zu empfehlen. Soweit überblickbar hat sich aber noch kein Gericht damit beschäftigt, ob das E-Zigaretten-Verbot in der Hausordnung zulässig ist. Insbesondere wird hierfür die Neuregelung des Tabakgesetzes abzuwarten sein.

Wer verbietet es bereits: Nahezu alle Fluglinien, die ÖBB und die Wiener Linien aber auch die Wiener Bäder verbieten E-Zigaretten bereits.

Kann der Chef eine E-Zigarette am Arbeitsplatz verbieten?

Zigarettenpausen während der Arbeitszeit waren schon immer ein Problem. Gerichte beschäftigen sich regelmäßig mit dieser Problematik. Firmen können aber generell regeln, ob Rauchen nur in regulären Pausen erlaubt ist oder auch zwischendurch. Weiters kann bzw. sollte geregelt werden, wo geraucht werden darf (unter Rücksicht auf den Nichtraucherschutz). Der häufigste Grund, das Rauchen zu verbieten, wird wohl der sein, dass in dieser Zeit der Arbeit nicht nachgekommen werden kann und somit dem Arbeitgeber ein Nachteil entsteht.

Theoretisch könnte ein Unternehmen auch bestimmen, dass E-Zigaretten am Arbeitsplatz verboten sind. Ob ein derartiges Verbot auch vor dem Arbeitsgericht standhält, kann derzeit noch nicht beurteilt werden.

Quellen:

http://www.krone.at/Gesund-Fit/E-Zigaretten_Wirklich_die_gesunde_Alternative-Dampf_statt_Rauch-Story-391351

http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-06/e-zigarette-studie

http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/1575237/EZigaretten_Was-erlaubt-ist

http://www.format.at/articles/1407/525/372605/machtdampf-die-e-zigarette-tabakkonzerne-geschaeft

http://www.welt.de/gesundheit/article129162841/Ein-Chemiecocktail-der-Raucher-nicht-abschreckt.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrische_Zigarette

http://blog.schawenzl.de/die-geschichte-der-elektrische-zigarette/

Neben ihrem Kommunikationsstudium an der FH Wien arbeitet sie als Projektassistentin in der D.A.S. Betriebsorganisation. Wenn sie mal nicht den Projektleitern unter die Arme greift und diese bei ihren Projekten unterstützt, findet man sie wahrscheinlich an einem sonnigen Plätzchen ein gutes Buch lesend. Aber auch sportlich ist sie auf Trab. Denn gerne verbringt sie ihre Freizeit auf dem Fahrrad und radelt durch Wien.

3 Kommentare

  1. Biene am 27. Mai 2016 um 16:17

    Ich habe 28 Jahre geraucht.
    Gesundheitlich ging es mir gar nicht gut . Venen verkalkung,probleme beim atmen um nur etwas zu erwehnen. Seit ich aber ayf die E-Zigarette umgestiegen bin mitlerweile 8 Monate siet es mit meiner Gesundheit sehr gut aus. Um zu sagen die Beschwerden die ich hatte sind weg. Mal ehrlich Leute ,wenn ich raus gehe und nur die Luft atme ist sie auch nicht rein. Es sind in der Luft genau so schatstoffe enthalten. Man sollte nicht alles durch den Dreck ziehen.

  2. PepeCyB am 19. Februar 2015 um 18:31

    Zu den Keimen und Bakterien:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Arzneimittelkonservierung

    Und „Denken ist oftmals Glückssacke“ ;)

  3. Tippelt am 10. Februar 2015 um 12:27

    Ich selbst bin Raucher (leider immer noch) und habe zwischendurch die E-Zigarette versucht. Ich tue es nun nicht mehr weil ich 1.) nicht die Zigarettensucht durch eine andere ersetzen will und mir 2.) nicht vorstellen kann dass dieser Dampf „unschädlich“ ist. Mein Gedankengang ist folgender: Man inhaliert ja diesen Dampf mit erwähntem Mundstück. Dampf ist feucht und der Mundraum bei Tier und Mensch der mit den meisten Bakterien. Nun konnte ich mir vorstellen dass diese Bakterien im feuchten Mundstück einen hervorragenden „Wirt“ zum überleben und vermehren finden. Und dann bei der nächsten Inhalation zischen diese Bakterien dann frisch fröhlich in meine/unsere Lunge. Rauchen ist sehr ungesund klar aber ich denke diese E-Zigaretten sind auch gefährlich. Den Schritt dazu sollte man sich auch überlegen.

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