DAS ÖSTERREICH

10 wertvolle Tipps für mehr Sicherheit im Internet

Tücken des Internets

Internetkriminalität zählt mittlerweile zu den „Big Five“ der Kriminalstatistik: Gab es im Jahr 2004 erst 753 Anzeigen, waren es 2013 bereits 11.199 Anzeigen. Das Dunkelfeld ist kaum abzuschätzen. Weltweit soll es geschätzte 1,5 Millionen Cyber-Crime-Opfer geben - pro Tag. Wenn Anzeige erstattet wird, ist der Schaden allerdings meist schon passiert. Damit es gar nicht so weit kommt, sollte man Folgendes beachten:

1. Sicherheit für Ihren Computer. Gute Sicherheitsausstattung (Antivirenprogramm und Firewall) ist unabdingbar. Installieren Sie Updates möglichst umgehend.

2. Öffnen Sie niemals Mails von Unbekannten. Diese können Schadenprogramme enthalten.

3. Verzichten Sie auf Downloads. Downloads von dubiosen Anbietern können Ihren PC schädigen.

4. Tauschen Sie niemals Dateien mit Unbekannten im Netz. Dadurch besteht das Risiko, Ihren PC zu infizieren. Außerdem kann der Tausch, etwa von Musik oder Filmen, auch urheberrechtlich strafbar sein. Dann drohen Geld- und Freiheitsstrafen und der Inhaber der verletzten Rechte kann Schadenersatzforderungen gegen Sie stellen.

5. Augen auf beim Online-Kauf. Ein seriöser Online-Shop nennt Namen und Anschrift der Firma im Impressum, ebenso den Namen des/der GeschäftsführerIn und/oder die Steueridentifikationsnummer (UID-Nummer). Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sollen klar und verständlich formuliert sein. Unter www.europakonsument.at  finden Sie weiterführende Informationen und eine Liste „nicht empfehlenswerter Websites“.

6. Vorsicht beim Bezahlen im Netz. Konto- bzw. Kreditkartendaten sollten über eine verschlüsselte Verbindung übertragen werden. Das Bezahlen auf einer „https“-Seite mit Schloss-Symbol ist meistens sicher. Dass aber nichts fix ist, hat die jüngste Heartbleed-Affäre gezeigt. Für den Internet-User ist nämlich auf den ersten Blick nicht erkennbar, ob das fehlerhafte Open-SSL-Programm verwendet wird.

7. Phishing-Gefahr beim Online-Banking. Für Überweisungen und andere Kundenaufträge sind Transaktionsnummern, sogenannte TANs, notwendig. Wenn mehrere TANs auf einmal abgefragt werden, dann ist Phishing im Spiel. Darunter versteht man den Diebstahl persönlicher Daten im Netz. In diesem Fall müssen Sie sofort Ihre Bank informieren.

Eine neue Spielart ist das Vishing: Der Betrüger ruft – als Bankmitarbeiter getarnt – bei seinem Opfer an und fordert die Angabe eines SMS-TAN – etwa zu einer scheinbaren Testüberweisung.

Achtung: Banken bitte ihre Kunden niemals per E-Mail oder SMS vertrauliche Daten bekannt zu geben.

8. Kreativität bei der Wahl des Passworts. Passwörter sollten mindestens 8 Zeichen lang sein und aus einer beliebigen Reihenfolge von Groß- und Kleinbuchstaben und Zahlen, eventuell auch Sonderzeichen bestehen. Denken Sie sich einen Satz aus und verwenden Sie den Anfangsbuchstaben der einzelnen Wörter! Ein Beispiel: Mein Basset-Hound Nikita hat 2 lange Ohren. Das Passwort: MB-HNh2lO. Verwenden Sie nicht dasselbe Passwort für mehrere Dienste.

9. Sagen Sie konsequent „Nein“. Bei auch noch so verlockenden Angeboten, als Waren- oder Finanz-Agent zu arbeiten, machen Sie sich unter Umständen der Beihilfe zum Betrug oder der Geldwäsche strafbar.

10. Schützen Sie Ihr Kind!! Bereiten Sie Ihr Kind darauf vor, dass ein Gesprächspartner im Internet oft nicht der ist, für den er sich ausgibt. Niemand sollte als Freund akzeptiert werden, den man im realen Leben nicht kennt. „Grooming“ – das gezielte Ansprechen von unmündigen Minderjährigen zwecks Anbahnung sexueller Kontakte – ist seit 2012 sowohl im Wege der Telekommunikation, als auch in der virtuellen und realen Welt strafbar.

Interessantes für Handynutzer:

Die neuen Geräte mit Internetzugang, E-Mail, GPS etc. enthalten viele persönliche Daten, die mitunter für Straftäter interessant sein können. Vor allem bei Apps ist Vorsicht geboten: GPS-Koordinaten, SMS, Kontaktdaten und Telefonnummern können – für den Benutzer unbemerkt – an Werbefirmen oder Softwareentwickler weiter gegeben werden. Am besten ist es, nicht benötigte Zusatzdienste oder -funktionen zu deaktivieren und Apps nur aus sicheren Quellen zu beziehen.

Übrigens stehen auch Unternehmer immer wieder im Fokus der Internetkriminellen:

Hacker beginnen ihre Machenschaften mit dem Ausforschen von Informationen. Nützliche Informationen finden sie oft im Mistkübel- DVDs, CDs, Post-it, unternehmensinterne Korrespondenz enthalten oft wertvolle Informationen. Datenträger und Papier sollten daher vor der Entsorgung unbedingt unbrauchbar gemacht bzw. zerstört werden.

Wer trotz aller Vorsicht Opfer einer Internet-Straftat geworden ist, wendet sich am besten an die Polizei: Jede Polizeidienststelle nimmt Ihre Anzeige auf. Außerdem steht die Meldestelle im Bundeskriminalamt unter against-cybercrime@bmi.gv.at rund um die Uhr bereit.

Unter www.bmi.gv.at finden Sie den Cybercrime-Report 2012 mit interessanten Zahlen und Fakten sowie weiteren wertvollen Tipps.

Seit 2000 bei der D.A.S. – und noch immer macht ihr die Arbeit Spaß. Neben der Abwicklung von Schadenfällen im RechtsService Ausland unterstützt sie die Kolleginnen und Kollegen bei rechtlichen Fragen und dem Verfassen von Artikeln. Mit ihrem Mann, fünf Hunden und zwei Zwergwidderkaninchen lebt, kocht und lacht sie ganz im Osten Österreichs.

2 Kommentare

  1. Schwartz Andrea am 24. April 2014 um 15:37

    Gratulation! Danke für den interessanten und verständlichen Artikel!

  2. Immervoll Roman am 24. April 2014 um 11:43

    Sehr guter und interessanter Artikel!

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