DAS ÖSTERREICH

Verschneite Verkehrszeichen

Der Winter steht vor der Tür und damit leider auch das erhöhte Unfallrisiko für Autofahrer. Vor allem schneebedeckte Verkehrszeichen stellen im Alltag eine große Gefahr auf den Straßen dar und sorgen bei sehr vielen Fahrzeuglenkern für große Verunsicherungen. Wir haben für Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengefasst.

Was gilt bei verschneiten Verkehrstafeln?

Grundsätzlich verlieren laut Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs Verkehrszeichen ihre Gültigkeit, wenn sie mit Schnee bedeckt und daher für die Fahrzeuglenker nicht wahrnehmbar sind. Sie gelten dann als nicht ordnungsgemäß kundgemacht.

Vorsicht: Verkehrszeichen, die im verschneiten Zustand aufgrund ihrer äußeren Form erkennbar bleiben, sind aber weiterhin gültig. Zu nennen sind hier die achteckige Stopp-Tafel und das auf der Spitze stehende, dreieckige Vorrang-geben-Zeichen. Da andere dreieckige Gefahren- und runde Verbots- oder Beschränkungszeichen  unterschiedliche Bedeutungen haben können, verlieren sie bei Unkenntlichkeit ihre Aussagekraft und daher auch ihre Gültigkeit.

Wie müssen sich die Verkehrsteilnehmer in solchen Situationen verhalten?

Fahrzeuglenker müssen in diesen Fällen die Verkehrssituation und die allgemein gültige Straßenverkehrsordnung beachten. So ist zum Beispiel mit einer situationsangepassten Geschwindigkeit auf der Autobahn zu fahren.

Gibt es Ausnahmen für Ortskundige?

Von diesen wird angenommen, dass sie die Verkehrszeichen auf den ihnen bekannten Strecken ohnehin kennen. Ortskundige müssen sich daher an die verdeckten Verkehrszeichen halten, auch wenn diese für Dritte Personen nicht erkennbar sind. Vorsicht ist aber auf jeden Fall geboten, denn andere Verkehrsteilnehmer können sich, wenn sie ortsfremd sind, anders verhalten.

Was gilt für unkenntliche Bodenmarkierungen?

Sind Bodenmarkierung zugeschneit oder durch Eis bedeckt, verlieren auch sie ihre Gültigkeit. Wenn etwa Richtungspfeile auf der Fahrbahn nicht erkennbar sind, haben sich die Fahrzeuglenker nach den allgemeinen Fahrregeln in der Straßenverkehrsordnung zu halten. Demnach gilt als Fahrbahnmitte die geometrische Mitte der Straße und Autolenker haben sich beim Abbiegen entweder ganz links oder rechts auf der Fahrbahnseite einzuordnen. Anders ist der Fall, wenn durch andere erkennbare Verkehrszeichen auf den Sinn der Markierungen hingewiesen wird (z.B. durch Überkopf- Tafel). In diesen Fällen behalten die Markierungen ihre Gültigkeit und müssen weiterhin beachtet werden.

Ist also etwa die Bodenmarkierung einer Kurzparkzone von Schnee bedeckt und nicht sichtbar, verliert sie ihre Gültigkeit trotzdem nicht, wenn durch ein zusätzliches, erkennbares Schild oder andere Verkehrszeichen auf sie hingewiesen wird.

Dasselbe gilt bei einem schneebedeckten Fußgängerschutzweg. Autofahrer müssen hier nach wie vor mit Fußgängern rechnen, wenn das Verkehrszeichen „Kennzeichnung eines Schutzweges“ oder ein blinkendes gelbes Licht vorhanden und erkennbar ist.

Wie müssen Parkwächter bei verschneiten Windschutzscheiben vorgehen?

Diese haben die Windschutzscheiben vom Schnee zu befreien um feststellen zu können, ob ein Parkschein vorhanden ist.

Vorsicht ist zu jeder Zeit geboten

Verkehrsteilnehmer sollten bei winterlichen Straßenverhältnissen, vor allem in unklaren Verkehrssituationen, stets bremsbereit fahren. Da sich der Bremsweg auf rutschiger Fahrbahn um einiges verlängern kann, ist eine den Wetterbedingungen angepasste, reduzierte Fahrgeschwindigkeit für eine sichere Fahrt unabdingbar.

 

„Abwarten und Teetrinken“ ist nicht die Devise der Juristinnen und Juristen der D.A.S. Rechtsberatung. Ständig unter Strom sind sie exklusiv für D.A.S. Mitglieder im Einsatz. Energiegeladen beraten sie schriftlich und telefonisch (Kontaktdaten). Um garantiert keine Langeweile aufkommen zu lassen ;) schreiben sie juristische Artikel, überprüfen die Impressen der D.A.S. Firmenkunden und unterstützen Kollegen bei rechtlichen Fragen.

2 Kommentare

  1. Julius am 28. Februar 2018 um 15:44

    Rechtsberatung ist sehr wichtig. Die sollte man sich in Zeiten der Hilflosigkeit dringend zu Nutze machen.

  2. Jonas am 9. Januar 2018 um 16:13

    Guten Tag liebe Mitleser,
    vielen Dank für diesen informativen Beitrag. Insbesondere bei stark verschneitem Wetter sollte man stets vorsichtig sein. Kommt es doch zu einem Unfall, so kann es sich empfehlen, einen Rechtsanwalt für Verkehrsrecht zu kontaktieren und sich professionell beraten zu lassen.

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