DAS ÖSTERREICH

Stammzellenspende

Weltweit gesehen sind seit Mai 2017 30 Millionen Personen als Stammzellenspender registriert. Österreich ist im internationalen Vergleich, mit insgesamt 66.000 registrierten Spendern, ein Schlusslicht. Um mehr Menschen als Spender zu motivieren und aufzuklären, werden immer wieder Typisierungsaktionen der verschiedensten Einrichtungen angeboten.

Was genau sind Stammzellen?

Stammzellen haben die Fähigkeit, sich unbegrenzt zu vermehren. Dabei können sie sich in die verschiedensten Zellen (Herz-, Nerven-, Blut-, Muskel-, Haut- und Knorpelzellen) entwickeln. Ein einfaches Beispiel ist hier die Eizelle, die sich, wenn sie befruchtet wurde, zu allen Körperzelltypen weiterentwickeln kann.

Die Aufgabe einer Stammzelle ist es, den Organismus am Laufen zu halten. Jede Zelle hat eine begrenzte Lebensdauer. Um den Körper vor dem Verfall zu schützen, müssen neue Zellen entstehen.

Der grundlegende Gedanke einer Stammzellenspende ist es, kaputte und kranke Zellen durch neue, gesunde Zellen zu ersetzen.

Wer kann Stammzellenspender werden?

Jeder gesunde Mensch zwischen 18. und 45. Jahren kann sich als Spender registrieren lassen. Außerdem gibt es eine Gewichtsbeschränkung: Frauen müssen zwischen 55-100 kg wiegen, Männer zwischen 60-110 kg.

Bestehen weitere Ausschlussgründe?

Wie bereits oben erwähnt, muss der Spender gesund sein. Keine Spende kann erfolgen, wenn ernsthafte Erkrankungen vorliegen. Ein paar dieser Erkrankungen wären:

  • Krebs (auch geheilt)
  • Suchterkrankungen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Psychische und neurologische Erkrankungen
  • Infektionskrankheiten
  • schwere Herz- und Nierenerkrankungen

Sollte man selbst nicht als Stammzellenspender geeignet sein, so kann den Kranken dennoch mit einer Geldspende geholfen werden. Jede Neutypisierung als Spender kostet nämlich ca. 50 €. Die Kosten werden von der Krankenkasse nicht übernommen. Bezahlt werden diese aus freiwilligen Spenden und Organisationen.

Welche Arten der Stammzellenspende gibt es?

Zum einen die Blutstammzellenspende und zum anderen die Knochenmarkspende. Letztere wird nur noch in seltenen Fällen durchgeführt.

Die ambulant durchgeführte Blutstammzellenspende dauert mit vier bis sechs Stunden länger als die normale Blutspende (je nach Gewicht). Der Spender muss sich hierfür fünf Tage vor der Abnahme ein Art Wachstumsmedikament verabreichen. Dieses beschleunigt die Bildung von Stammzellen derart schnell, dass diese in die Blutbahn übertreten. Nebenwirkungen könnten Kopf- und Gliederschmerzen sein. Diese klingen aber kurz nach der Spende wieder ab. Bei der Spende selbst werden anschießend zwei venöse Zugänge gelegt. Das bedeutet, dass aus dem einen Arm das Blut entnommen wird, durch den Zellseparator fließt (dieser filtert die Stammzellen aus dem Blut) und durch den anderen Arm wieder in den Körper zurückgeleitet wird. Der Spender kann danach direkt nach Hause gehen.

Bei der Knochenmarkspende wird dem Patienten unter Vollnarkose rund 1 bis 1,5 Liter Knochenmarkblutgemisch aus dem Beckenknochen ab punktiert. Der Spender muss innerhalb von 2 Wochen vor der Entnahme eine Eigenblutkonserve anlegen. Diese erhält er während der Entnahme wieder zurück. Diese Art der Spende ist mit einem größeren Zeitaufwand sowie mit eventuell auftretenden Schmerzen nach der Operation verbunden. Aufgrund der Risiken einer Vollnarkose muss mindestens eine Nacht im Krankenhaus verbracht werden. Das entnommene Knochenmark bildet sich in wenigen Wochen wieder vollständig nach. Aufgrund des großen Aufwandes wird diese Art der Spende jedoch nur noch in Ausnahmefällen durchgeführt.

Nachuntersuchung

In beiden Fällen wird der Spender auch nach der Abnahme gründlich durchgecheckt. Aufgrund des Medikamentes bei der Blutstammzellenspende sowie der Operation bei der Knochenmarkspende ist es notwendig, dass der Spender danach mehrmals zur Kontrolle ins Institut gebeten wird.

Zeitablauf der Kontrollen:

  • ein Tag nach der Spende,
  • nach einer Woche,
  • nach drei Monaten sowie
  • danach jährlich

Bei diesen werden unter anderem auch das Blutbild (Anzahl, Form sowie Größe der Blutkörperchen) kontrolliert.

Ich möchte Spender werden, was muss ich tun?

Registrierung als Spender

Zunächst wird ein Informationsgespräch geführt, sowie ein Gesundheitsfragebogen ausgefüllt. Außerdem wird die Einverständniserklärung unterzeichnet. Mit dieser dürfen die Gewebemerkmale in der weltweiten Datenbank hinterlegt werden. Jeder ist dann bis zum 55. Lebensjahr, wenn davor schon einmal gespendet wurde, als Stammzellenspender eingetragen. In diesem Zeitraum kann also jederzeit der Anruf kommen, dass man eventuell als Spender geeignet wäre. Natürlich hat auch jeder das Recht dieses Einverständnis zurückzuziehen. Danach erfolgt die Löschung in der Datenbank.

Bei der Registrierung werden durch den Wangenabstrich die Gewebemerkmale aus der DNA bestimmt. Dies dauert eine Woche. Sind diese bestimmt, wird in der weltweiten Datenbank nach einem Patienten mit identen Merkmalen gesucht.

Kontaktaufnahme bei Übereinstimmung

Gibt es eine Übereinstimmung, so wird der Spender vom entsprechenden Institut kontaktiert. Hier werden alle Aspekte einer Spende nochmals näher erläutert. Auch wird einem mitgeteilt, welche Art der Spende für den Patienten am besten geeignet wäre. Stimmt man ein weiteres Mal zu, wird der Spender weiter vorbereitet.

Bei nochmaliger Zustimmung wird eine Blutabnahme zur Feintypisierung durchgeführt. Stimmen diese Merkmale mit dem Patienten immer noch überein, kommt es zu einigen Folgeuntersuchungen (Labor, Röntgten und Ultraschall). Erst nach der ärztlichen Freigabe kommt es zur Spende. Diese ist absolut anonym. Der Spender erfährt nur Alter, Geschlecht und Land des Empfängers. Es besteht aber die Möglichkeit, nach fünf Jahren Kontakt aufzunehmen.

 

Eine Stammzellenspende ist meist der letzte Weg für die Genesung eines Patienten. Wie auch beim Blutspenden kann ein kurzer Pieks das Leben eines anderen Menschen retten.

Ihre berufliche Karriere startete sie 2010 als Lehrling bei der D.A.S. Rechtsschutz AG. Nach erfolgreichem Lehrabschluss als Versicherungskauffrau, hat sie nun ihren Platz im Zentralen VertriebsService gefunden. Den Ausgleich zum Berufsalltag findet sie beim Sport und den Spaziergängen mit ihrem Hund. Ebenso holt sie sich die Energie aus dem gemütlichen Beisammensein mit ihren Freunden.

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