DAS ÖSTERREICH

Smombies mitten unter uns

Sind Sie schon mal am hellichten Tag einem Smombie begegnet? Die Chancen stehen vor allem im städtischen Bereich nicht schlecht. Wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht man sie immer öfter. Die Experten der D.A.S. Rechtsberatung beleuchten die Entwicklung aus rechtlicher Sicht.

Smombie-Alarm auf Österreichs Straßen

“Smombie” ist die Wortkombination aus Smartphone und Zombie. Also Menschen, die abgelenkt durch ihr Handy ihre Umwelt kaum mehr wahrnehmen. Zwar kursieren auf diversen Medienkanälen meist komisch anmutende Videos, auf denen jemand unfreiwillig einen Laternenmast küsst, dass ein solches unachtsames Verhalten jedoch nicht nur mit einer Beule sondern auch richtig gefährlich enden kann, zeigt sich spätestens im Straßenverkehr. Darf ein Fußgänger beim Überqueren der Fahrbahn eigentlich auf sein Handy starren? Was wenn daraus gar ein Unfall resultiert?

Handyverbot im Straßenverkehr

Für Autofahrer gibt es seit 2016 das sogenannte Handyverbot. Das Handy darf also im Auto nur mehr als Navigationsgerät verwendet werden. Telefonieren selbst ist nur mehr mit Freisprecheinrichtung erlaubt. Jede andere Verwendung des Handys während der Fahrt, die den Blick und die Aufmerksamkeit von der Straße und dem Verkehrsgeschehen ablenkt (Rufnummer eintippen, Musiktitel auswählen, Whatsapp schreiben) ist verboten und kann mitunter Strafen nach sich ziehen.

Regelungen für Fußgänger

In der Straßenverkehrsordnung gibt es jedoch nicht nur Regeln für Autofahrer, sondern auch Vorschriften über das Verhalten der Fußgänger. Ein Fußgänger darf beispielsweise nicht überraschend und unmittelbar vor einem Auto die Fahrbahn betreten und durch sein Verhalten andere Straßenbenützer auch nicht gefährden. Ablenkung oder Unachtsamkeit sind im Straßenverkehr statistisch die Hauptunfallursachen.Wer als Fußgänger im „Blindflug“ durch das Handy abgelenkt die Straße betritt, den kann bei einem Unfall durchaus auch eine Teilschuld treffen. Nicht nur rechtliche, sondern auch versicherungstechnische Konsequenzen (Regress oder Ablehnung der Schadenabwicklung durch die Versicherung) drohen in der Folge. Ein generelles Handyverbot wie für Autofahrer und Radler gibt es für Fußgänger in Österreich nicht.

Ein Blick über unsere Grenzen

Anders sieht es beispielsweise auf Hawaii aus. Dort sind SMS-Schreiben und sonstige Aktivitäten an elektronischen Geräten (Handys, Tablets und Co), bei denen die Aufmerksamkeit beim Überqueren der Straße auf den Bildschirm fokussiert sind, verboten und können mit Strafen geahndet werden. In China versucht man die Risikogruppe der „Smartphone-Fußgänger“ durch eigens gekennzeichnete Smartphone-Spuren in sicheren Bahnen zu lenken. Initiativen wie diese oder gar Laternenairbags mögen auf den ersten Blick zwar originell wirken. Vor dem Hintergrund, dass immer mehr Unfälle mit Personenschaden auf abgelenkte Verkehrsteilnehmer zurückzuführen sind, sollten sie jedoch zu denken geben. Da Fußgänger als schwächste Verkehrsteilnehmer mit den stärksten Verletzungen zu rechnen haben, empfiehlt sich daher, das Handy erst wieder zur Hand zu nehmen, wenn man in der Straßenbahn oder im Gastgarten sitzt.

 

„Abwarten und Teetrinken“ ist nicht die Devise der Juristinnen und Juristen der D.A.S. Rechtsberatung. Ständig unter Strom sind sie exklusiv für D.A.S. Mitglieder im Einsatz. Energiegeladen beraten sie schriftlich und telefonisch (Kontaktdaten). Um garantiert keine Langeweile aufkommen zu lassen ;) schreiben sie juristische Artikel, überprüfen die Impressen der D.A.S. Firmenkunden und unterstützen Kollegen bei rechtlichen Fragen.

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