DAS ÖSTERREICH

Sexting: Gefährliches Spiel mit dem eigenen Ruf

Umfragen zeigen, dass die Hälfte der österreichischen Jugendlichen Erfahrung mit dem Verschicken von Nacktbildern hat. Oder zumindest Geschichten von anderen darüber erzählen können. Aber Achtung: Einmal veröffentlicht, gibt es kaum Chancen, die Verbreitung zu stoppen...

Ein Fall aus unseren Akten: Herr H. lernt in einer Chat-Plattform eine junge Dame kennen. Die beiden sind einander schnell sympathisch und verlassen den Chatroom, um ungestört miteinander zu skypen. Bald beginnt ein erotisches „ Du zeigst mir Deins, ich zeig Dir meins“- Spiel. Kaum hat Herr H. die letzten Hüllen fallen gelassen, wird sein Bildschirm schwarz. Sekunden später sieht er sich selbst auf seinem Bildschirm. Dann erhält er eine Nachricht, er soll umgehend eine bestimmte Summe Geld überweisen. Andernfalls wird sein Nacktfoto im Internet, vor allem auf Facebook, verbreitet.

In sämtlichen Tageszeitungen wurde schon über ähnliche Fälle berichtet, es handelt sich also um keinen Einzelfall.

Das Versenden von erotischen Selbstaufnahmen per Smartphone oder Internet nennt man im Fachjargon übrigens „sexting“ – zusammengesetzt aus Sex und Texting. In den meisten Fällen geht Sexting gut. Manchmal gibt’s jedoch ein böses Erwachen. Neben Erpressung, wie im oben geschilderten Fall, kommt es auch vor, dass die Bilder öffentlich gemacht werden oder der Abgebildete verspottet wird.

Selbst wenn nicht gleich etwas passiert: Einmal im Internet verbreitet, können freizügige Fotos kaum mehr entfernt werden. Und sie können Jahre später wieder im Netz auftauchen. Das kann vor allem bei einer Bewerbung um einen neuen Job sehr unangenehm werden.

Unser Tipp: Im Internet nach dem eigenen Namen googeln und dabei auch die Bildersuchfunktion nutzen. Wird man fündig, kann man die Person, die die Fotos veröffentlicht hat, auffordern diese zu löschen.

Das Recht am eigenen Bild ist Teil der Persönlichkeitsrechte nach § 16 ABGB. § 78 Urheberrechtsgesetz regelt, dass Bilder von Personen weder öffentlich ausgestellt werden, noch auf anderer Art der Öffentlichkeit zugänglich gemacht oder verbreitet werden dürfen, wenn dadurch berechtige Interessen des Abgebildeten verletzt werden.

Unter www.onlinesicherheit.gv.at finden sich unter dem Punkt Cybercrime weitere wertvolle Hinweise zum Thema Pornographie im Netz.

Mehr Tipps zur allgemeinen Sicherheit im Internet finden Sie auch in diesem Blog-Artikel.

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