DAS ÖSTERREICH

Nasse Abkühlung in freier Natur

Die Schlange vor dem Freibad ist zu lange, die Eintrittskarte zu teuer? Es gibt Alternativen! Lesen Sie Tipps zur Abkühlung abseits von überfüllten Freibädern.

Es muss nicht immer das städtische Schwimmbad sein: Auch heimische Flüsse, Bäche und Seen sind verlockend. Die aktuellen Wassertemperaturen klingen doch einladend!

Sauber bleiben!

Wie auch sonst in freier Natur gilt es die Umweltschutzbestimmungen einzuhalten, das Gewässer darf nicht verunreinigt werden. Wichtig: Entsorgen Sie mitgebrachte Verpackungen, Essensreste etc. fachgerecht und lassen Sie diese nicht einfach liegen. Bei Verstößen gegen das Abfallwirtschaftsgesetz (AWG) drohen saftige Strafen (§ 79 AWG, siehe auch hier).

Gemeinden geben Auskunft

Manche Flüsse und Seen sind aus gesundheitlichen Gründen nicht zum Schwimmen geeignet. Auch in Österreich können Gewässer stark verschmutzt sein. Infektionen der Schleimhäute, Durchfallerkrankungen und andere gesundheitliche Beeinträchtigungen können die Folge sein. Enten übertragen beispielsweise Zerkarien, die unangenehmen Juckreiz auslösen. Hier sollte man sich immer vorab über die Eignung zum Schwimmen informieren (z. B. bei der Gemeinde). Nur Schwimmbäder und offizielle Badeseen unterliegen strengen Auflagen und werden regelmäßig kontrolliert. Außerdem sollte man beachten, dass Gemeinde-Verordnungen für bestimmte Gewässer Badeverbote festlegen können.

Meiden Sie Badeteiche auf Privatgrundstücken, auch wenn sie noch so verlockend wirken! Ohne Genehmigung des Eigentümers droht bei Benützung eine Besitzstörungsklage.

Auch Springbrunnen in der Stadt sollte man aus hygienischen Gründen als Abkühlungsquelle vermeiden. Abgesehen von eventuellen Verunreinigungen ist das Betreten oft auch behördlich verboten.

FKK

Anhänger der Freikörperkultur schwören nicht (nur) auf nahtlose Bräune – es ist für sie vielmehr ein Gefühl der Freiheit, wenn nicht sogar eine Lebenseinstellung. Dass sich die Geister bei diesem Thema scheiden, liegt in der Natur der Sache.

Aber was ist tatsächlich wo erlaubt? Fakt ist:

Der Betreiber eines Bades/Badesees kann selbst Regelungen treffen, wer wo nackt baden darf.

Anstand kommt günstiger

Für die freie Natur gibt es grundsätzlich keine generelle Regel. Wird durch den hüllenlosen Badespaß jedoch der „öffentliche Anstand“ verletzt, liegt eine Verwaltungsübertretung vor. Je nach Bundesland reichen die Strafen von EUR 218,00 (in Kärnten) bis zu EUR 2.000,00 (in der Steiermark).

Die Frage, wer den öffentlichen Anstand verletzt und wann eine Grenze überschritten wird, kann nur schwer beantwortet werden. Gesetzlich ist meist die Rede von: „Als Verletzung des öffentlichen Anstandes gilt jedes Verhalten in der Öffentlichkeit, das einen groben Verstoß gegen jene Pflichten der guten Sitten darstellt, die jedermann in der Öffentlichkeit zu beachten hat, sofern es unmittelbar von mehreren Personen wahrgenommen werden kann.“

Bevor man die Hüllen fallen lässt, sollte man sich vorweg erkundigen, ob es für den konkreten Badeabschnitt ein FKK-Verbot gibt oder ob sonst etwas gegen das Badespaß spricht. Zum Beispiel sollte man bei Gewässern in der Nähe von Schulen, Kindergärten oder Kinderspielplätzen jedenfalls vom FKK-Baden Abstand nehmen. Hat man sichergestellt, dass man niemanden „belästigt“ und man auch gegen kein Verbot verstößt, steht dem Badespaß nichts mehr im Weg.

Aber auch in ausgewiesenen FKK-Gebieten sind Regelungen im Umgang miteinander zu beachten. Wichtig ist jedenfalls ein respektvoller Umgang untereinander. Der Schutz der Privatsphäre hat oberste Priorität, weshalb auch Fotografieren oder Filmen streng verpönt sind. Erotik ist tabu – man darf den Strand nicht mit dem eigenen Schlafzimmer verwechseln. Auch wenn Kleidung ein „No-Go“ ist, sollte man immer ein Handtuch mithaben (für Liegen, Restaurants etc.)

Beispiel Wien

In Wien gibt es entlang der Donau öffentliche Badeplätze, wie den Familienbadestrand, den FKK-Bereich oder den Hundebadebereich (nähere Informationen finden Sie unter wien.gv.at).

Auch alle anderen Bundesländer bieten eine Vielzahl an Erfrischungsmöglichkeiten, vom romantischen Waldsee bis zum Surferparadies am Neusiedlersee.

Bevor man ins Schwimmbecken oder in den See hüpft, sollte man sich unbedingt langsam abkühlen. Springen Sie keinesfalls nach einem Sonnenbad zu plötzlich ins kalte Wasser. Das ist bereits für eine gesunde Person eine große Herausforderung für den Kreislauf. Bei Menschen mit einem geschwächten Herz kann der Sprung ins kalte Wasser fatale Folgen haben.

Und jetzt, ab ins Wasser!

„Abwarten und Teetrinken“ ist nicht die Devise der Juristinnen und Juristen der D.A.S. Rechtsberatung. Ständig unter Strom sind sie für D.A.S. Kunden im Einsatz und beantworten energiegeladen schriftlich und telefonisch (Kontaktdaten) Rechtsfragen. Um garantiert keine Langeweile aufkommen zu lassen, schreiben sie zusätzlich juristische Artikel und beantworten Rechtsfragen anderer D.A.S. Abteilungen.

Wir freuen uns über Ihre Kommentare – ob Lob, Kritik oder sachliche Diskussion! Bitte lesen Sie unsere Hinweise zu Kommentaren!

Ich habe die Datenschutzrichtlinien gelesen und akzeptiere diese.