DAS ÖSTERREICH

Mobbing am Arbeitsplatz

Konflikte am Arbeitsplatz kommen täglich vor, sowohl zwischen Kollegen untereinander genauso wie zwischen Vorgesetzen und Mitarbeitern. Sehr schnell wird dann der Begriff Mobbing verwendet – was kann man dann tun?

Was ist Mobbing?

Nicht jeder „Streit“ ist Mobbing. Mobbing entsteht, wenn ein Konflikt eskaliert. Es gibt keine sachliche Auseinandersetzung mehr, eine Person wird systematisch, gezielt und über einen längeren Zeitraum mit der Absicht angegriffen, diesen auszugrenzen. Mobbing umfasst wiederholte Angriffe auf eine Person mit der Absicht, diesen fortgesetzt zu ärgern, zu schikanieren, die  Leistung des Betroffenen herabzusetzen und in seiner Würde zu verletzen. Mobbing ist ein Prozess, der über einen längeren Zeitraum dauert und nicht in einer einmaligen Handlung besteht.

Warum entsteht Mobbing?

Meistens gibt es schwerwiegende Probleme innerhalb einer Gruppe. Mobbing entsteht aus vielen Konflikten und individuellen Verhaltensweisen wie z.B.: Zeitdruck, Stress, schlechte Organisation; es können auch persönliche Gründe eine Rolle spielen wie Konkurrenz und Neid oder Frustration bei der Arbeit oder Ablenkung von eigenen Fehlern.

Wen betrifft Mobbing?

Es kann jeden treffen, niemand ist vor Mobbing gefeit.

Welche Auswirkungen hat Mobbing?

Bei vielen Betroffen können die Folgen von der Beeinträchtigung des Arbeits- und Leistungsvermögen bis hin zur Krankheit führen und auch Verlust des Arbeitsplatzes.

Welche Maßnahmen gibt es gegen Mobbing?

Bei Mobbing zahlen alle drauf, niemand geht als Sieger hervor, es gibt nur Verlierer. Bei schlechten Arbeitsverhältnissen geht die Arbeitsfreude verloren und es herrscht Angst, die nie ein guter Ratgeber ist. Letztendlich wird auch das Arbeitsklima zerstört.

Daher sollten alle daran interessiert sein, dass Mobbing von Anfang an verhindert wird.

  •  Was kann der Betroffene tun? Dieser muss „Handeln“, denn von alleine hören die Attacken nicht auf; die erste wichtige Maßnahme ist ein „Mobbingtagebuch“ zu führen, in dem die Vorfälle genau dokumentiert werden. Wichtig ist es auch, Gesprächspartner  zu suchen. Ein Ausgleich in der Freizeit hilft oft, die Probleme in der Arbeit leichter zu verarbeiten.
  • Was können Kollegen tun? Zuhören ist immer hilfreich. Jeder sollte sich ein eigenes Bild von der Situation machen. Im Arbeitsleben soll darauf geachtet werden, dass ein gewisses Niveau bei Auseinandersetzungen eingehalten wird und man klar macht, dass Mobbing nicht geduldet wird.
  • Was kann der Betriebsrat tun? Ist eine Mobbingsituation entstanden, muss er die Situation ernst nehmen. Dabei hat der Betriebsrat zu klären, wer am Prozess beteiligt ist. Zur Lösung des Konfliktes ist es notwendig, den Gemobbten soziale Unterstützung zu geben.
  • Was kann der Arbeitgeber tun? Es müssen auch die Vorgesetzen das Problem ernst nehmen und dürfen es nicht bagatellisieren. Von ihnen wird erwartet, dass sie eindeutig gegen Mobbing Stellung beziehen und klar machen, dass diese Handlungen absolut inakzeptabel sind. Letztendlich ist es auch die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers dafür zu sorgen, dass faire Arbeitsbedingungen herrschen.

Seit 1995 arbeitet sie im D.A.S. RechtsService Wien als Referentin und vertritt daneben seit über 14 Jahren die Anliegen und Bedürfnisse ihrer Kolleginnen und Kollegen als Betriebsrat. Ihr soziales Engagement für alle Mitarbeiter liegt ihr sehr am Herzen. Privat findet man sie oft in der wunderschönen Landschaft der Obersteiermark, wenn sie nicht gerade in einen spannenden Krimi vertieft ist.

 

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