DAS ÖSTERREICH

Meins, deins, unseres: Carsharing

Heute eine Cityrunde mit einem Smart, morgen eine Spritztour mit einem BMW, übermorgen ein Mini Cabrio-Ausflug? Heutzutage selbst dann kein Problem, wenn der genannte Fuhrpark nicht der eigene ist. Nutzen statt selbst besitzen ist ein Trend, der sich immer stärker durchsetzt. Welche Carsharing-Systeme es gibt und worauf man beim „geteilten“ Auto achten sollte, lesen Sie hier.

Carsharing, also “Auto teilen”, gilt als Zukunftstrend. Es ist vor allem praktisch für jene, die sonst mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind und nur ab und zu ein Auto brauchen.

Carsharing Systeme

Es gibt unterschiedliche Car Sharing Systeme in Österreich: Fixe Standplätze, Free-Floating und Privates Car Sharing.

Carsharing mit fixen Standplätzen

  • Die Autos sind sieben Tage die Woche, 24 Stunden verfügbar
  • Automodelle von Kleinwagen bis Transporter
  • Fixe Standplätze von Autos verteilt in der ganzen Stadt
  • Nutzung der Fahrzeuge nach Abschluss eines Rahmenvertrags mit dem Carsharing-Anbieter
  • Abgerechnet wird nach gebuchter Zeit und gefahrenen Kilometern
  • Die Reservierung ist jederzeit über Internet und Telefon möglich
  • Die Rückgabe des Fahrzeugs erfolgt am ursprünglichen Ausgangspunkt

Anbieter: z.B. Zipcar, Flinkster, EMIL

Carsharing mit Free-Floating System

Free-Floating-Systeme sind standplatzunabhängige Fahrzeugverleihangebote. Autos stehen verteilt über die Stadt (meist im zentralen Bereich einer Großstadt) zur Verfügung und können auf Minutenbasis ausgeliehen werden. Reservierungen sind für kurze Zeit möglich. Abgestellt werden können die Fahrzeuge wieder an jedem legalen, öffentlichen Parkplatz im Geschäftsgebiet. Einige Merkmale sind:

  • Autos ohne fixe Standplätze innerhalb einer definierten Zone
  • Das Auto kann 15 Minuten im Voraus reserviert werden
  • Einwegfahrten möglich; Rückgabe innerhalb des Geschäftsgebiets
  • Alles-inklusive-Zeittarif bei Kurzstrecken (ohne Kilometertarif)

Anbieter: z.B. DriveNow, car2go

Privates Carsharing

Hier suchen Autobesitzer selbst Personen, mit denen sie das Auto gerne teilen wollen. Die Gruppe entscheidet selbst, wo ein Standplatz eingerichtet wird und welches Auto dort steht. Sie ist auch für das Auto verantwortlich. Plattformen dazu organisieren alles, was Carsharer bei einer Teilnahme benötigen. Wer das Auto nutzen möchte, kann es einfach reservieren: im Internet oder spontan direkt im Auto. Ein Smartphone im Auto zeichnet die Fahrten automatisch auf und überträgt die Daten zum Server.

Anbieter: z.B. Caruso.mobil, Carsharing 24/7, autoshare.at

Der klassische Mietwagen

Eine Alternative zum Carsharing ist nach wie vor der klassische Mietwagen. Ein Mietwagen kann tageweise angemietet werden.

 FAQ zum Carsharing

 

  • Darf ich bei Free-Floating Systemen mein Auto in einer Kurzparkzone parken?

Grundsätzlich sollte man sich dazu immer beim jeweiligen Carsharing-Anbieter informieren. Bei DriveNow in Wien ist z.B. das Parken auch in Kurzparkzonen kostenlos. Ausgenommen sind reine Anrainerparkplätze, Privatparkplätze, Parkhäuser und Parkzonen mit Sondernutzung (z.B. Behindertenparkplätze, Halteverbot, Carsharing Stellplätze, Taxiparkplätze).

Parken darf man das Auto außerdem nur im sogenannten „Geschäftsgebiet“.

  • Was passiert, wenn ich einen Unfall mit einem Carsharing-Auto habe?

Ist man in einen Unfall verwickelt, stehen immer das Bergen von Unfallbeteiligten und Sichern der Unfallstelle zunächst im Vordergrund. Danach sollte man sobald wie möglich die Servicestelle des Carsharing-Anbieters kontaktieren und den Unfall melden. Wichtig zu wissen: Jeder Verkehrsunfall muss nach den meisten Carsharing-AGB bei der Polizei gemeldet werden. Man ist jedenfalls immer dazu verpflichtet, den Namen des Unfallgegners bzw. des Fahrzeughalters, das Kennzeichen und das polizeiliche Aktenzeichen zu notieren und dem Carsharing-Anbieter umgehend einen schriftlichen Unfallbericht zu senden.

Wenn es zu einem Unfall kommt, kann es trotz umfangreichen Versicherungsschutzes der Carsharing-Unternehmen teuer werden. Im Schadensfall muss nämlich in der Regel eine Selbstbeteiligung gezahlt werden, die je nach Anbieter unterschiedlich hoch ausfällt. Viele Carsharing-Anbieter bieten diverse Optionen an, um die Selbstbeteiligung gegen einen Aufpreis zu reduzieren.

  •  Was passiert, wenn ich eine Strafe bekomme?

Hat man eine Verwaltungsstrafe begangen, wird die Strafverfügung an den verursachenden Carsharing-Nutzer weitergeleitet bzw. werden vom Carsharing Unternehmen die Daten des betroffenen Nutzers weitergegeben. Dieser erhält dann direkt eine Strafe (Strafverfügung) zugesandt. Zum Beispiel dann, wenn man zu schnell unterwegs gewesen ist oder das Auto an einem unerlaubten Parkplatz abgestellt oder anderweitig gegen die StVO verstoßen hat.

  •  Wie funktioniert das mit dem Tanken?

Grundsätzlich muss man als Carsharing Nutzer das Auto nicht selbst tanken. Sollte bei einer Fahrt der Sprit aber doch knapp werden, finden sich in den meisten Autos Tankkarten. Detailliertere Infos dazu gibt es beim jeweiligen Carsharing-Unternehmen.

  • Wie weit darf ich mit dem Carsharing-Auto fahren?

Wie weit man mit dem Auto fahren darf, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Generell darf man mit dem Auto ausschließlich innerhalb von Österreich – teils nur innerhalb des definierten Geschäftsgebiets in der jeweiligen Stadt – fahren.

Quellen:

Bis Februar 2017 war Stephanie Scheubrein für das D.A.S. Kommunikation-Team und den D.A.S. Blog zuständig.
In ihrer Freizeit ist sie leidenschaftliche Schreiberin, interessierte Leserin und begeisterte To Do-Listen-Abhakerin.

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