DAS ÖSTERREICH

Making of – Aus dem Alltag einer D.A.S. Juristin

Die Arbeit als JuristIn bei einer Rechtsschutzversicherung ist keineswegs so trocken, wie man vielleicht denken könnte. Lesen Sie hier die Schilderung einer unserer Mitarbeiterinnen über die Abwicklung eines Rechtsschutz-Schadenfalls:

Wie jeden Morgen öffne ich zuerst Outlook, um die direkt an mich gerichteten E-Mails an das Sekretariat weiterzuleiten. Dort werden die Mails zugeordnet- entweder als Schadenmeldung neu angelegt oder in vorhandene Akten eingescannt.

Siehe da, ich habe ein Mail von Frau W. erhalten. Eine mir nicht unbekannte Versicherungsnehmerin, die von ihrem musikalischen Talent äußerst überzeugt ist.

Nachdem das Sekretariat das Mail bearbeitet hat, bekomme ich das Schreiben von Frau W. als Schadenmeldung in meinen Aufgabenspiegel – sozusagen meine elektronische To Do Liste – gestellt.

Ich gebe in unser Programm den Versicherungsfall und das betroffene Rechtsgebiet ein. Gleichzeitig prüfe ich über unser Programm, ob der Gegner ebenfalls bei uns versichert ist. Das ist notwendig, da ich im Namen der Versicherungsnehmerin die Forderung des Herrn B. als ungerechtfertigt zurückzuweisen möchte.

In der sogenannten Deckungsprüfung sehe ich, dass unsere Versicherungsnehmerin das entsprechende Produkt versichert hat. Wie es der Zufall aber so will, ist der Gegner Herr B. auch bei uns versichert. Somit ist es mir leider nicht mehr möglich, selbst ein Schreiben an ihn zu schicken.

Ich beauftrage daher im Namen unserer Versicherungsnehmerin eine D.A.S. Vertrauenskanzlei und ersuche sie, die Forderung außergerichtlich abzuwehren.

Kurze Zeit später flattert unserer Versicherungsnehmerin jedoch ein Zahlungsbefehl (=Klage) ins Haus. Die Kanzlei fragt an, ob auch für das Gerichtsverfahren Kostendeckung besteht. Nach Prüfung des Zahlungsbefehles und der Einspruchsgründe kann ich Versicherungsschutz für das Verfahren I. Instanz bestätigen.

In der zweiten Verhandlung einigen sich die Streitparteien auf einen sogenannten Prämienvergleich. Demnach muss unsere Versicherungsnehmerin das gesamte Kapital plus Kosten zahlen- sie kann sich von dieser Verpflichtung befreien, wenn sie insgesamt € 1.000,00 in monatlichen Raten von € 100,- pünktlich zahlt. Ich genehmige den Vergleich und dieser wird daraufhin rechtswirksam. Die Kosten unserer beauftragten Kanzlei rechne ich laut Hand-Tarif (=Rechtsanwalttarif) ab.

Unsere Versicherungsnehmerin zahlt nun das Kapital in Raten. Nachdem alle Raten beglichen worden sind, erledige ich den Akt.

Kurz nach Beendigung des Verfahrens ruft mich eine völlig empörte Versicherungsnehmerin an, die diese Entscheidung absolut nicht nachvollziehen kann- alle seien sie unmusikalisch!! Ich gebe ihr da möglicherweise recht, teile ihr aber mit, dass sie selbst dem Vergleich zugestimmt hat. Auch wenn das Verfahren weitergeführt worden wäre, hätte das Gericht wohl keine für sie günstigere Entscheidung getroffen.

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