DAS ÖSTERREICH

Inclusia: Feiern auf Augenhöhe

Im April fand die Aktion Inclusia in Klagenfurt statt. Dieses bemerkenswerte Treffen hat bei den D.A.S. Helfern bleibenden Eindruck hinterlassen.

Am 1. April war „das Fest“ und am 24. April die Abschlussfeier von INCLUSIA 2014.

INCLUSIA, Menschen – wie wir sind. Dieser Name ist Programm.

Am 1. April standen Begegnungen von Menschen mit Einfach- oder Mehrfachbehinderung und ohne Behinderung im Vordergrund. Eigentlich sagt man nicht mehr „Behinderung“.  Eigentlich hat jeder Mensch seine Schwächen und Mängel. Besser passt also „Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ und besondere Bedürfnisse haben wir alle. Genau dieses Gefühl spürt man bei diesem Fest. Barrierefreiheit – damit ist nicht die bauliche Situation mit Rollstuhlrampe, sondern Begegnung auf Augenhöhe gemeint.

Im zwanglosen Smalltalk hat einer der Gäste, Mitglied verschiedener Aufsichtsräte treffend gesagt, dass je „wichtiger“ oder höher die Position oder Prominenz, desto spezieller werden die Bedürfnisse. Eigentlich ist das behindert. Und wie er das sagte, mussten wir einfach lachen.

Lachen und Spaß ist bei der Veranstaltung besonders wichtig – auch am 24. April beim Gala-Abend.

(Nebenbei bemerkt: Wir unterstützen INCLUSIA nicht nur finanziell, sondern auch durch eigenes Anpacken. Heuer haben wir z.B. beim Auf- und Abbau für diesen Gala-Abend mitgeholfen.) Beim Aufbau trafen wir eine mehrfach beeinträchtigte junge Frau, die aber sehr genau weiß, wie sehr sie beeinträchtigt ist. Sie amüsiert sich über ihre eigene Ungeschicklichkeit, denn was man nicht ändern kann, trägt man leichter mit Humor. Dabei strahlt sie eine Lebensfreude aus, dass man sich schon fast selbst beeinträchtigt vorkommt, weil man nicht so vorbehaltlos empfinden kann. Bei der Gala wurden Projekte prämiert. Die Preise wurden von Wirtschaft und Politik gestiftet.

Eines der Projekte hat mir besonders gut gefallen:

Der Projektleiter ist wohl an die 50. Die schulterlangen gekräuselten Haare zu einem Zopf zusammengebunden; er hat einen schwarzen Vollbart, der an den Enden ergraut. Er trägt eine schwarze Lederhose, ein schwarzes, kragenloses T-Shirt, das sich über den Bauch des 100kg-Mannes spannt und den Blick auf seine Unterarm-Tattoos freigibt. Damit ist er eine „Erscheinung“ auf diesem Gala-Abend, die man auf einer Harley-Davidson vermuten könnte. Solche Vorurteile sind ihm offensichtlich total egal.
Mit seiner sanften, angenehmen Stimme und fröhlichen, lebhaften Sprache erzählt er von seiner Idee: Er ist Sonderschullehrer und hat sich gedacht, dass nichts barrierefreier ist als Neue Medien.

Um es nun etwas abzukürzen, ist daraus u.a. eine Partnerschaft seiner Integrationsschule mit einer Slowakischen Schule mit IT- bzw. Medien-Schwerpunkt entstanden:
Behinderte und nicht behinderte Jugendliche skypen über körperliche, geistige und über sprachliche Grenzen hinweg auf Englisch.
Oft wissen die Teilnehmer über lange Zeit nicht, dass das Gegenüber im Rollstuhl sitzt. Das sieht über Skype ja niemand. Eigentlich ist es auch völlig unwichtig in diesem Zusammenhang. Das schlechte Englisch des einen, völlig Gesunden lässt im Vergleich dazu die geistige Beeinträchtigung des anderen manchmal kaum auffallen.
Vielleicht, räumt der Projektleiter augenzwinkernd ein, bringt das ja nicht viel, außer dass alle Beteiligten einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Medien lernen. Außerdem hat sich bei allen das Englisch drastisch verbessert.

Dass die Skype Kontakte den Jugendlichen Spaß machen, erwähnt er nicht. Vielleicht, weil es offensichtlich ist. Dieser Mann verkörpert kein Mitleid oder Aufopferungsbereitschaft sondern die Überzeugung, dass er das, was er macht, aus Spaß und Freude an der Sache macht.

Lesen Sie hier mehr über das Sozialengagement der D.A.S.

Robert Görger-St. Jörgen, gelernter Restaurator, lernte 2003 die Vorzüge des Hauptberuflichen Außendienstes kennen. Bei der D.A.S. ist er seit 2011 Leiter der Verkaufsregion Süd des Hauptberuflichen Außendienstes. Seine Freizeit verbringt er gerne mit seiner Familie. Zu seinen privaten Interessen gehören Berge, Natur sowie Kunst, Kulinarik & Literatur. Einen Teil seiner Freizeit widmet er sozialem Engagement.

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