DAS ÖSTERREICH

FAQ: Welche Rechte haben Kindergartenkids?

Braucht mein vierjähriges Kind schon Taschengeld? Darf mein Kind alleine mit dem Scooter in die Volksschule fahren? Und wie schaut das mit dem Schulschwänzen aus? In einer dreiteiligen Serie berichten wir diesmal über FAQs von den Kindergartenkids bis hin zu Unterstufen-Schülern. Heute erfahren Sie hier mehr über die Rechte von Kindergartenkids. Schauen Sie rein!

Welche Besorgungen dürfen KG-Kinder bereits selbst machen?

Kinder unter sieben Jahren sind gänzlich geschäftsunfähig. Sie können keine rechtswirksamen Geschäfte abschließen. Eine Ausnahme sind die sogenannten „Taschengeldgeschäfte“. Kleinere Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens dürfen sie selbst vornehmen. Das sind zum Beispiel:

  • Kauf einer Wurstsemmel, Kinokarte, Straßenbahnkarte
  • Kauf von Süßigkeiten

Können sie die Eltern im Haushalt unterstützen?

Kinder zwischen drei und fünf Jahren können mit Hilfe der Eltern ihr Zimmer aufräumen, beim Wäscheaufhängen helfen, den Tisch decken oder zum Beispiel beim Backen helfen. Mehr Information finden Sie auch hier.

Macht es Sinn, Kindergarten-Kindern Taschengeld zu geben? Wenn ja, in welcher Höhe?

Rein rechtlich gesehen müssen die Eltern den Kindern kein Taschengeld geben. Beginnt man doch schon im Kindergartenalter damit, lernen Kinder aber mit Geld umzugehen und bekommen ein Gefühl dafür, was Geld wert ist. Anfangs sollte das Taschengeld einmal pro Woche bezahlt werden, da kleinere Kinder die Zeitspanne von einem Monat noch nicht überblicken können. Später kann das Geld monatlich ausgezahlt werden, damit das Kind auch lernt, sich das Geld richtig einzuteilen. Mehr Tipps dazu finden Sie auch hier.

Aufsichtspflicht im Verkehr: Welche Aufsichtspflichten haben Eltern, Kindergarten-Pädagogen, Aufsichtspersonen?

Kleine Kinder sollten immer im Blickfeld der Aufsichtsperson/Eltern sein. Je älter die Kinder werden, desto mehr weitet sich ihr Erfahrungsspielraum aus. Erwachsene VerkehrsteilnehmerInnen dürfen nie darauf vertrauen, dass sich Kinder im Straßenverkehr richtig verhalten. Sie verhalten sich spontan und impulsiv und haben noch kein ausreichend ausgebildetes Gespür für Gefahren.

Mit der Anmeldung zum Kindergarten übertragen die Eltern für die Zeit, die das Kind in der Kinderbetreuungseinrichtung verbringt, die Aufsichtspflicht an die jeweilige Einrichtung. Wer für die Aufsichtspflicht im Einzelfall zuständig ist, ergibt sich aus der internen Organisationsstruktur, wie etwa der Ablauf des Gartenaufenthalts, die Mittagssituation, Ausflüge und vieles mehr.

Wer haftet bei Verletzungen im Kindergarten? Oder bei Ausflügen?

Die Aufsichtspflicht beginnt mit der Übernahme des Kindes durch das Personal des Kindergartens und endet mit der Übergabe an die Eltern oder andere von Eltern bestimmte Personen. Wird die Aufsichtspflicht verletzt und das Kind erleidet einen Schaden, können Schadenersatzansprüche gegen die Kindergartenleitung erhoben werden. Auch drohen den Kindergarten-PädagogInnen strafrechtliche und arbeitsrechtliche Folgen. Auch bei Ausflügen, Ausgängen etc. müssen die PädagogInnen die Regeln der Aufsichtspflichten einhalten.

Welche Rechte hat man, wenn man sich anfänglich extra für einen Kindergarten entscheidet, der nur 1 Woche im Jahr sperrt, und dieser dann einfach so auf 1 ganzes Monat SPERRE umstellen möchte?

Zunächst muss man überprüfen, was genau in dem Betreuungsvertrag mit dem Kindergarten vereinbart worden ist. Die Kindergartenleitung wird nur dann vertragsbrüchig, wenn eine ganzjährige Betreuung mit Ausnahme von einer Woche, zum Beispiel im August, ausdrücklich vereinbart worden ist.

Informationen zu Rechten von Volksschulkids finden Sie in diesem Blog-Artikel.

Quellen:

„Abwarten und Teetrinken“ ist nicht die Devise der Juristinnen und Juristen der D.A.S. Rechtsberatung. Ständig unter Strom sind sie für D.A.S. Kunden im Einsatz und beantworten energiegeladen schriftlich und telefonisch (Kontaktdaten) Rechtsfragen. Um garantiert keine Langeweile aufkommen zu lassen, schreiben sie zusätzlich juristische Artikel und beantworten Rechtsfragen anderer D.A.S. Abteilungen.

2 Kommentare

  1. UrSula Fitzinger am 19. März 2019 um 14:54

    Sehr geehrte Danen und Herren!
    Darf ein 5 Jähriges Kind von zu Hause alleine zum Turnverein gehen?
    Muss eine befahrene Straße überqueren.

    1. Anna Moosbeckhofer am 27. März 2019 um 15:38

      Liebe Frau Fitzinger!

      Unsere Juristinnen der D.A.S. Rechtsberatung haben folgende Antwort für Sie:
      Der Gesetzgeber hat keine Altersgrenze festgelegt, ab wann ein Kind ohne Aufsicht als Fußgänger am Straßenverkehr teilnehmen darf. Grundsätzlich muss bei jedem Kind einzeln geprüft werden, ob es die entsprechende Reife und Entwicklung hat, um etwa allein in einen Turnverein gehen zu können. Allgemein wird man davon ausgehen können, dass ein Kind erst ab dem 7. Lebensjahr bzw. mit der Schulreife in der Lage ist, die Verhaltensregel der StVO zu verstehen und sich auch dementsprechend zu verhalten.

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