DAS ÖSTERREICH

Die Fußball-WM und der Jugendschutz

Es mag für einige Jugendliche verlockend sein, die WM dazu zu nützen, länger aus zu bleiben und das Fußballspektakel mit einem kühlen Bier in der einen Hand und einer Zigarette in der anderen Hand zu verfolgen. Sofern man aber nicht die gesetzlich vorgegebenen Altersgrenzen (landesgesetzliche Regelungen) überschritten hat, sollte man von diesem Vorhaben unbedingt Abstand nehmen.

Ausgehzeiten, Alkohol, Tabakwaren

Was wann und wo erlaubt ist, findet man hier:

Ausgehzeiten

Alkohol und Rauchen

Jugendliche, die gegen die Jugendschutzbestimmungen verstoßen, müssen mit der Anordnung von Beratungsgesprächen und der Ableistung von sozialen Diensten, teilweise auch empfindliche Geldstrafen (z.B. Kärnten: bis zu € 500,00 – im Wiederholungsfall bis zu € 1.000,00) rechnen.

Es obliegt aber natürlich nicht nur den Jugendlichen, sich an die Jugendschutzgesetze zu halten. Erwachsene, die den Jugendlichen den Zugang zu Alkohol und Genussmittel ermöglichen, müssen selbst mit Strafen rechnen (z.B. Steiermark: bis zu € 15.000,00)

Auch die Gewerbetreibenden stehen in der Verantwortung, die Gesetze einzuhalten. Für die Ausschank von Alkohol an Jugendliche sieht die Gewerbeordnung (§ 114 GewO) insbesondere Folgendes vor:

„§ 114. Gewerbetreibenden ist es untersagt, selbst oder durch die im Betrieb beschäftigten Personen alkoholische Getränke an Jugendliche auszuschenken oder ausschenken zu lassen, abzugeben oder abgeben zu lassen, wenn Jugendlichen dieses Alters nach den landesrechtlichen Jugendschutzbestimmungen der Genuss von Alkohol verboten ist. Die Gewerbetreibenden und die im Betrieb beschäftigten Personen müssen die Vorlage eines amtlichen Lichtbildausweises oder einer speziellen Jugendkarte, die nach den jeweiligen landesrechtlichen Jugendschutzbestimmungen zum Nachweis des Alters geeignet ist, verlangen, um das Alter der Jugendlichen festzustellen. Die Gewerbetreibenden haben an einer geeigneten Stelle der Betriebsräume einen Anschlag anzubringen, auf dem deutlich auf das im ersten Satz angeführte Verbot hingewiesen wird.“

Schenkt ein Gastwirt dennoch Alkohol an einen Minderjährigen aus, stellt dies eine Verwaltungsübertretung dar und führt zu einer Geldstrafe bis zu € 3.600,00 nach der Gewerbeordnung, sowie zusätzlich eine Strafe nach den jeweiligen landesgesetzlichen Jugendschutzgesetzen (z.B. in Oberösterreich € 7.000,00)

Wetten

Auch hier sind die Jugendschutzbestimmungen jeweils landesgesetzlich geregelt.

Allgemein gilt: Jugendlichen ist der Abschluss und die Vermittlung von Wetten oder Wettkunden sowie der Aufenthalt in Wettlokalen verboten.

Handelt ein Unternehmer (Betreiber eines Wettbüros) vorgeschriebenen Auflagen, Vorkehrungen und Kontrollverpflichtungen oder sonstigen Jugendschutzbestimmungen zuwider, begeht er eine Verwaltungsübertretung und ist von der Bezirksverwaltungsbehörde mit einer hohen Geldstrafe (z. B. Oberösterreich: bis zu € 7.000,-) zu bestrafen.

Auch der Jugendliche begeht eine Verwaltungsübertretung und kann bestraft werden. Oft wird die Erbringung einer sozialen Leistung angeordnet. Wird diese nicht erbracht, scheint die Erbringung einer sozialen Leistung nicht wirkungsvoll oder haben der Jugendliche bzw. der gesetzliche Vertreter nicht zugestimmt, droht eine Geldstrafe. Unter bestimmten Voraussetzungen (geringes Verschulden, unbedeutende Folgen der Verwaltungsübertretung,…) kann die Bezirksverwaltungsbehörde von der Einleitung eines Verwaltungsstrafverfahrens absehen.

Hinweis: Konsumentenschutzorganisationen und die Arbeiterkammer führen Tests durch, um die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen zu überprüfen.

Mehr Informationen rund um Rechtliches bei der WM finden Sie auch in unseren Artikeln FAQ zur Fußball-WM und „Ball rund muß in Tor eckig!“. 

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