DAS ÖSTERREICH

D.A.S. alles was Kunst ist

Ich schreibe einen Blog – bisher habe ich immer nur auf einen Block geschrieben. Aber nach erstmaligem Lesen eines Blogs und der Feststellung, dass man dazu jedenfalls eine lockere und jugendliche Schreibweise braucht, die ich selbstverständlich habe (habe ich schließlich in den 60iger Jahren schon in der Schule gelernt), steht meiner Premiere nichts mehr im Weg.

Das Thema? Kein Problem, als erprobter fremdbestimmter Arbeitnehmer tue ich mir leicht, auf Zuruf etwas zu tun.

Die Kunst

Darüber etwas zu schreiben ist leicht, die Lexika sind voll mit Definitionen, von den geistigen Ergüssen der selbsternannten Kunstexperten ganz zu schweigen.

Von Adam und Eva

Aber das ist nicht der Auftrag: Ich soll über die Kunst in der D.A.S. schreiben, und vor allem über unsere nächste Ausstellung. Aber davon später, denn wenn man mich schon ersucht etwas über die Kunst zu schreiben, dann kommt der selbsternannte Kunstexperte in mir zum Durchbruch und die Ergüsse flutschen nur so dahin. Frei nach dem Motto: „na´wenn man mich schon fragt“… dann bis zurück zu Adam und Eva. Nicht, dass ich irgendwas über deren Kunstverständnis wüsste, aber deren Darstellung in der Kunst sind Legende und ihre Anzahl unzählbar.

Übrigens, gehört zwar nicht zum Thema, aber wussten Sie, dass die beiden natürlich keinen Granny Smith gegessen haben, sondern einen Granatapfel? Na das hätte ich gern gesehen, wie sie abgebissen haben. Wahrscheinlich haben sie ein Messer dazu verwendet, was man aber in den künstlerischen Darstellungen nie sieht – und wo hätten sie es auch einstecken sollen?

Alles Geschmackssache

Das ist dann die Künstlerische Freiheit, die in der Gegenwartskunst das Um und Auf ist (manchmal eher das Auf und Ab) – nun, ohne Freiheit gibt es aber keine Kunst, wobei zuweilen hat man den Eindruck, dass sich in manchen Kunstwerken nur noch die Freiheit manifestiert.

Aber nein, alles zurück, denn ich habe es mir immer zur Angewohnheit gemacht, Kunst nicht zu interpretieren und keinesfalls zu kritisieren oder sogar in Frage zu stellen, nur den persönlichen Geschmack entscheiden zu lassen – und nicht alles kann einem schmecken.

Oder diplomatischer ausgedrückt, wie mir ein älterer Kollege schon fast als Anekdote einmal erzählt hat, wonach ein auf Ausgleich bedachter Ausstellungsbesucher die Frage nach seiner Meinung zu einem Bild mit den Worten „Das hätte ich mir nicht gedacht“ beantwortet hat. Genial und passt überall. Von der Opernpremiere bis zur Weinverkostung.

Kunst in der D.A.S.

Aber ich glaube ich bin abgeschweift – also zurück zur Kunst in der D.A.S. Da stellt sich aber zuerst die Frage: „Warum Kunst in einer Versicherung?“

Begonnen hat es in der D.A.S. mit dem Einrichtungsgedanken – hat was mit Wohnung zu tun – aber die D.A.S. ist immer schon eine große Familie gewesen und so war der Gedanke nahe, die Zentrale am Hernalser Gürtel wohnlich zu gestalten.

Dazu kamen noch zwei kunstinteressierte Vorstände und damit war die Verbindung von Wohnungseinrichtung-Bürogebäude und Kunst gegeben.

Aber welche Bilder soll man an die Wände hängen? Und so kam die Idee, wir veranstalten Ausstellungen und wenn uns Bilder gefallen, kaufen wir sie an.

Mittlerweile sind fast 15 Jahre und ca. 30 Ausstellungen vergangen und der Slogan „D.A.S. – Alles was Kunst ist“ ist schon fast ein Markenbegriff geworden.

Die Ausstellungslandschaft ist sehr vielfältig gewesen: Bilder, Skulpturen, Fotos und so manche Kunstwerke sind ausgestellt worden, die nicht in diese Kategorien gepasst haben wie Glasmosaike, keltische Steinreliefs etc. und einige davon zieren sogar die Wände unserer Zentrale.

Aktuelle Ausstellung

Und die Suche nach interessanten Künstlern geht weiter – für die Frühjahrsausstellung 2015 haben wir sogar KünstlerInnen aus den eigenen Reihen gesucht und gefunden. Sieben Kolleginnen und Kollegen werden ausstellen: Fotos, Bilder, Portraitzeichnungen, Graphiken.

Das finde ich phantastisch. Sieben Personen trauen sich mit ihren Werken in die Öffentlichkeit, liefern sich einem vielleicht kritischen Publikum aus, setzen sich den zumeist unnötigen Bemerkungen wie z.B. „Das kann ich auch“ aus, auf die man eigentlich nur antworten kann: „Und warum machen Sie es dann nicht?“.  Und sind auch bereit sich der ewigen Frage der Kunstwelt zu stellen: „Was ist Kunst?“ und leicht abgewandelt bei ansichtig werden eines Objekts: „Das ist Kunst?“

Kann man denn diese Frage überhaupt beantworten? Kann man Kunst definieren? Soll man das tun? Lenkt nicht jede Beschreibung eines Kunstwerkes von diesem ab? Hat es ein Bild denn notwendig, dass hunderte Jahre später ein zumeist selbst ernannter Kunstexperte erklärt, was sich der Künstler bei dieser Arbeit gedacht hat, warum er rot und nicht blau verwendet hat und wieso die Symbolik dieses Themas gerade jetzt in unsere ja so stressgeplagte Zeit passt.

Ich bin jedenfalls, was diese Fragen betrifft, pragmatischer bzw. großzügiger: Spätestens mit der Präsentation in der Öffentlichkeit wird „es“ zum Kunstwerk. Die Kunstwelt in der D.A.S. wird auf jeden Fall wieder sehr vielfältig sein!

So, das war mein erster Blog- schaut aus wie ein Schulaufsatz – Blog klingt aber besser…nein moderner…nein cooler!

Machen Sie sich selbst ein Bild und besuchen Sie unsere Vernissage am 1.6.2015, ab 18:00, Hernalser Gürtel 17, 1170 Wien!

  • arbeitet schon fast ewig bei der DAS (seit 1981)
  • zeichnet und malt seit seiner Kindheit – mit zunehmenden Alter immer mehr und immer größer
  • hätte gern Kunst und Kunstgeschichte studiert
  • hält Kunst und Kultur für lebensnotwendig

2 Kommentare

  1. Robert Kranzler am 8. Juni 2015 um 12:30

    Kunst macht Emotionen aus der Vergangenheit und Wünsche in der Zukunft sichtbar.
    Wenn wir sie dort, wo wir arbeiten – also leben, präsentieren, haben wir ein Geschichtsbuch der Emotionen geschaffen.

    Meinen Glückwunsch zu dieser Ausstellung.

    Robert Kranzler

  2. Vadim am 20. Mai 2015 um 23:16

    Sehr gut :) !!

    lg
    Vadim

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