DAS ÖSTERREICH

Bewerbungstipps: So angeln Sie sich Ihren Traumjob

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Sie nicht die/der Auserwählte für einen Job waren, den Sie sich so sehr gewünscht haben? Lag es möglicherweise an Ihrer Bewerbungsmappe? Die erste Hürde, die es zu meistern gilt, ist die Erstellung optimaler Unterlagen. Dieser Leitfaden navigiert Sie durch den Aufbau Ihrer schriftlichen Bewerbung und unterstützt Sie dabei.

Aufbau

Ein Bewerbungsschreiben besteht aus folgenden Teilen:

  • Deckblatt
  • Motivationsschreiben
  • Lebenslauf
  • Bewerbungsfoto
  • Die Dritte Seite (optional)
  • Dokumente (optional)

Deckblatt

Das Deckblatt ist die erste Seite in Ihrer Bewerbungsmappe und verleiht ihr eine besondere Note. Sie sollte nicht mehr als Ihren vollständigen Namen, Ihre Anschrift und Kontaktmöglichkeiten enthalten.

Motivationsschreiben

Am besten verkaufen Sie sich über das Motivationsschreiben. Daher stellt es gemeinsam mit dem Lebenslauf den wichtigsten Teil Ihrer Bewerbung dar.

Persönliche Anrede

Vermeiden Sie die allgemeine Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls telefonisch nach der Ansprechperson für die offene Stelle und adressieren Sie Ihr Schreiben persönlich.

Kreativität nach Lust und Laune?

Finger weg von „kreativen“ Bewerbungsschreiben. In manchen Branchen werden diese geschätzt, in der Regel wird jedoch ein formaler Aufbau erwartet, ähnlich einem Geschäftsbrief.

Einleitung

Die Einleitung ist dazu da, die Personalisten neugierig auf den weiteren Text zu machen.

Es ist verständlich, dass die ersten Sätze die Schwersten sind. Vermeiden Sie aber allgemeine Einleitungen wie „hiermit bewerbe ich mich mit großem Interesse für die Stelle…“ und dergleichen. Dass Sie Interesse an der Position haben, ist offensichtlich, sonst hätten Sie sich nicht beworben. Sie müssen erklären, warum Sie genau an dieser Position Interesse haben.

Seien Sie kreativ und machen Sie auf sich aufmerksam. Das gelingt Ihnen am besten, wenn Sie ganz spontan und ehrlich begründen, warum Sie diese Stelle wollen. Ein Beispiel für eine gute Formulierung wäre: „Es reizt mich, die Führung der Abteilung xxx zu übernehmen und meine 10jährige Berufserfahrung in der Branche xxx sowie mein Führungspotenzial, meine soziale Kompetenz, Durchsetzungsstärke und Beharrlichkeit einzubringen.“

Hauptteil

Im Hauptteil stellen Sie einen Bezug zum Unternehmen her, betonen Ihre Qualifikationen und begründen, warum Sie die richtige Kandidatin/der richtige Kandidat sind.

Gehen Sie auf das Unternehmen ein

Das Anschreiben muss immer auf das Unternehmen abgestimmt sein. Verfassen Sie keine Massenbewerbung und verwenden Sie nie dasselbe Motivationsschreiben für alle in Frage kommenden Arbeitgeber.

Stellen Sie einen Bezug zum Unternehmen her und gehen Sie auf dessen Produkte ein. Positionieren Sie sich bei Ihrem zukünftigen Arbeitgeber. Betonen Sie, warum Sie genau hier arbeiten wollen und was Sie an diesem Arbeitgeber reizt.

Recherchieren Sie auf seiner Homepage, verfolgen Sie Berichte über das Unternehmen in den Medien, machen Sie sich mit der Branche vertraut und sammeln Sie möglichst viele Informationen.

Qualifikationen betonen

Heben Sie Ihre fachlichen und persönlichen Stärken hervor. Verkaufen Sie sich als Gewinn für das Unternehmen.

Gehen Sie unbedingt auf die Stellenanforderung ein und betonen Sie Ihre Qualifikationen für die vakante Stelle.

Bedenken Sie, dass Sie Konkurrenz haben und aus Massenbewerbungen hervorstechen müssen. Verfassen Sie kein Standardanschreiben. Seien Sie besser als Ihre Mitbewerber, aber bleiben Sie immer bei der Wahrheit. Erfinden Sie keine Qualifikationen, die es nicht gibt.

Schlussteil

Im Schlussteil wird der Wunsch nach einem Vorstellungsgespräch geäußert.

Nennen Sie auch Ihren frühestmöglichen Eintrittstermin.

Auf die Gehaltsvorstellung sollten Sie erst dann eingehen, wenn explizit danach gefragt wird.

Lebenslauf

Der Lebenslauf ist mindestens genauso wichtig wie das Motivationsschreiben und wird genauso sorgfältig geprüft.

Bunte und kreative Lebensläufe

Ein Lebenslauf ist keine bunte Fotocollage. Wenn beim Durchlesen die Farben und die Schriftarten ins Auge springen, dann können Sie sicher sein, dass Ihre Unterlagen im Müll landen.

Auch ein Lebenslauf folgt einem formalen Aufbau, wobei sich der tabellarische Lebenslauf durchgesetzt hat.

Rechtschreibfehler

Genauso unseriös und ein Ausschlusskriterium in einem Lebenslauf sind Rechtschreibfehler. Sind Sie der Rechtschreibung nicht mächtig, lassen Sie jemanden korrekturlesen.

Professionelle E-Mail Adresse

Legen Sie sich eine professionelle E-Mail Adresse zu, am besten eine Standard E-Mail Adresse mit Vorname.Nachname. Adressen à la Mausi@… haben in einer Bewerbung nichts verloren.

Lücken

Der Lebenslauf informiert lückenlos über Ihren Werdegang. Weist Ihr Lebenslauf Lücken auf, füllen Sie ihn auf keinen Fall mit Lügen. Früher oder später fliegen diese auf.

Erklären Sie ehrlich die fehlenden Episoden und beschreiben Sie diese so positiv wie möglich.

Vermeiden Sie die Bezeichnung „arbeitslos“. Beschreiben Sie stattdessen, wie Sie diese Zeit genutzt haben (zum Beispiel „auf Arbeitssuche“, „Fortbildung“, „Neuorientierung“ etc.).

Bleiben Sie bei der Wahrheit

Behaupten Sie nichts, was nicht der Wahrheit entspricht. Geben Sie nicht mit einem Abschluss eines Studiums an, das Sie nach einigen Semestern abgebrochen haben. Übertreiben Sie auch nicht bei Ihren Fremdsprachen- oder EDV-Kenntnissen.

Irrelevante Berufserfahrungen

Führen Sie nur Tätigkeiten an, die etwas mit dem Job zu tun haben, auf den Sie sich bewerben. Kurzfristige Tätigkeiten wie beispielsweise Promoter während des Studiums sind keine nennenswerte Berufserfahrung.

Beruflicher Werdegang

Die letzte Beschäftigung muss an oberster Stelle aufgelistet werden, danach die Vorletzte usw.

Gehen Sie möglichst detailliert auf die Tätigkeiten in jeder Position ein. Personalisten müssen sich ein Bild machen können, ob Sie für die ausgeschriebene Position geeignet sind.

Hobbies

Listen Sie nicht alle Ihre Hobbies auf. Beschränken Sie sich auf max. 5 Aktivitäten, die Sie gerne in Ihrer Freizeit machen. Wählen Sie geläufige Hobbies wie Joggen, Lesen, Reisen und keine, die Sie in ein schiefes Licht rücken.

Bewerbungsfoto

Achten Sie auf eine gepflegte Erscheinung. Das Bewerbungsfoto ist Ihre Visitenkarte.

Private Fotografien, die Sie in legerer Kleidung in der Freizeit zeigen, sind nicht geeignet. Wählen Sie Ihre Kleidung entsprechend der Position, für die Sie sich bewerben.

Ein professionelles Bewerbungsfoto zeigt Sie in einem klassischen Business-Look. Besitzen Sie noch kein professionelles Bewerbungsfoto empfiehlt es sich, einen Fotografen aufzusuchen.

Die Dritte Seite

Die Dritte Seite ist nicht zwingend erforderlich und wird von den Personalisten genau aus diesem Grund sehr sorgfältig gelesen. Sie ist Ihre Chance, mit besonderen Qualifikationen oder Eigenschaften zu punkten.

Als Überschrift eignet sich „Was Sie noch über mich wissen sollten…“.

Dokumente

Zeugnisse sollten der Bewerbung nur dann angehängt werden, wenn diese erwünscht sind. Wird nicht explizit nach Dienstzeugnissen gefragt, können Sie diese übermitteln sofern Sie überzeugt sind, dass sie Ihre Qualifikationen hervorheben.

 

Personalistin seit über sechs Jahren und seit Anfang 2014 bei der D.A.S. u.a. auch für Recruiting zuständig. Im Zuge ihres IBWL und Psychologie Studiums entdeckte und vertiefte sie ihr Interesse an Menschen und Human Resources. Privat ist sie sehr unternehmungslustig, an den unterschiedlichsten Orten anzutreffen und selten allein: In der Natur, beim Joggen oder Fahrradfahren, auf Events, in Museen, in Cocktailbars, auf Clubbings und Konzerten oder bei einem Brettspieleabend mit Freunden.

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