DAS ÖSTERREICH

Weltblutspendetag 2018

„Be there for someone else. Give blood. Share life“. Unter diesem Motto von 2018 steht der jährlich weltweit am 14. Juni stattfindende Weltblutspendetag. Nach wie vor kann Blut nicht künstlich hergestellt werden! Daher ist es für uns alle umso wichtiger, dass Blut gespendet wird. Knapp 3% der Österreicher sind Blutspender. Egal ob für Operationen oder Unfälle, in Österreich werden täglich um die 1.000 Blutkonserven benötigt.

Blut ist unser Lebenssaft und neben Wasser die wichtigste Flüssigkeit für den Körper. Durch das Blut werden der Sauerstoff sowie andere Nährstoffe durch den gesamten Körper transportiert. Es reguliert die Körpertemperatur und ist für die Abwehr der Krankheitserreger zuständig.

Wer kann Wann Blut spenden?

Alle gesunden Frauen und Männer (ausgenommen sind homosexuelle Männer) können ab dem 18. Lebensjahr alle acht Wochen Blut spenden. Frauen vier- bis fünfmal und Männer sechsmal pro Spenderjahr. Regelmäßige Spender können bis zum 72. Lebensjahr zur Spende antreten.

Jeder kann, unter den bereits oben erwähnten Voraussetzungen, zum Blutspender werden. Zusätzlich sollte

  • der Blutdruck stabil sein
  • man ein Gewicht von mind. 50 kg haben (+ einen BMI von mind. 19)
  • die Körpertemperatur nicht über 37,5°C liegen und
  • bei der ersten Blutspende das 60. Lebensjahr nicht überschritten sein

Ist Blutspenden immer möglich?

Es gibt bestimmte Kriterien und Gründe, warum man für eine Blutspende permanent oder für einen gewissen Zeitraum ausgeschlossen ist.

Zu den wichtigsten zählen:

  • Diabetes Typ 1/insulinpflichtig oder mit Tabletten eingestellt: Ausschluss
  • Diabetes Typ 2/nur mit Diät und regelmäßiger Kontrolle: spendentauglich
  • Allergien: 3 Tage/72 Stunden Wartezeit
  • Antibiotika: 4 Wochen Wartezeit nach Ende der Einnahme (auch bei Aknebehandlung)
  • Cholesterin und/oder Triglyceride > 300 mg: Ausschluss
  • Epilepsie: permanenter Ausschluss
  • HIV-Infektion: permanenter Ausschluss
  • Suchtgiftmissbrauch: permanenter Ausschluss
  • während und nach Ende der Schwangerschaft: 6 Monate Wartezeit sowie der Ausschluss während der Stillzeit
  • Tätowierungen: 4 Monate Wartezeit
  • Bestimmte Auslandsaufenthalte: 4 Wochen Wartezeit ab Zeitpunkt der Rückkehr
    • bei Malariagebieten: 6 Monate Wartezeit ab Zeitpunkt der Rückkehr

Freiwilliger „Selbstausschluss“

Der sogenannte „Selbstausschluss“ bedeutet, dass der Spender dem Abnahmearzt vertraulich mitteilt, ob sein Blut an Empfänger weitergegeben werden kann oder nicht. Dies ist wichtig, da es aufgrund des „diagnostischen Fensters“ vorkommen kann, dass kürzlich erfolgte Infektionen im Labor noch nicht nachgewiesen werden können. Daher kann dieses Restrisiko nur durch den Spender selbst eingeschränkt werden. Gespendet werden kann aber dennoch. Nicht zur Transfusion freigegebenes Blut kann für Forschungszwecke verwendet werden.

Ebenso ist die Zustimmung möglich, dass das Restblut (welches bei den Tests im Labor übrig bleibt) sowie die erhobenen Befunde der Voruntersuchung, wissenschaftlich und anonym ausgewertet werden dürfen. Das Restblut würde ansonsten verworfen werden.

Welche Arten der Blutspende gibt es?

Die Vollblutspende ist die am häufigsten durchgeführte Spende. Hier werden ca. 465 Milliliter Blut aus der Armvene entnommen. Eine weitere Art der Spende ist die Multikomponentenspende. Bei dieser werden nur bestimmte Blutbestandteile (Thrombozyten – Blutplättchen oder Erythrozyten – rote Blutkörperchen) entnommen. Der Rest des Blutes wird wieder in den Körper zurückgeführt. Auch möglich sind Eigenblutspenden. Bei dieser wird, nach Rücksprache mit den Ärzten, ein Eigenblutdepot angelegt. Meist vor geplanten, größeren Operationen mit viel Blutbedarf.

Was passiert bei der eigentlichen Vollblutspende?

Als Spender muss ein amtlicher Lichtbildausweis und wenn schon vorhanden, der Blutspendeausweis vorgewiesen werden. Außerdem sollte vor der Blutspende ausreichend getrunken und gegessen werden.

Zuerst ist der medizinische Spendefragebogen auszufüllen. Dieser enthält Fragen zur Gesundheit und zum Lebensstil. Im zweiten Schritt wird mit einer medizinischen Fachkraft die Körpertemperatur gemessen und die Menge des Blutfarbstoffes „Hämoglobin“ bestimmt. „Hämoglobin“ sind die roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich sind.

Sind diese zwei Hürden gemeistert, geht es direkt zur Blutspende. Dieser Vorgang dauert nicht länger als maximal 12 Minuten. Der gesamte zeitliche Aufwand kann auf 45 Minuten geschätzt werden. Danach erhält man einen Druckverband um eventuell auftretende Blutergüsse zu verhindern.

Nach der Blutspende steht man für etwa 30 Minuten unter ärztlicher Aufsicht und erhält einen kleinen Snack zum Kräfte sammeln. In diesem Zeitraum kann es in seltenen Fällen zu Müdigkeit, Blässe oder Schwindelgefühl kommen. In den darauffolgenden Tagen (vor allem im Sommer) sollte auf anstrengende, sportliche Tätigkeit verzichtet werden. Der Körper braucht nämlich mehrere Wochen, um das gespendete Blut wieder zu ersetzen.

Was passiert mit dem gespendeten Blut?

Nach der Spende wird das Blut in den Laboren ausreichend getestet. Heutzutage ist es nicht mehr üblich, dass die gesamte Blutkonserve in einem verabreicht wird. Vielmehr wird das Blut in seine einzelnen Bestandteile getrennt.

  • Blutplasma –> eingefroren zwei Jahre haltbar
  • Erythrozyten –> 40 Tage haltbar
  • Leukozyten und Thrombozyten –> bis zu fünf Tage haltbar

Grund dafür ist die bessere Aufnahme in den Organismus des Empfängers, wenn nur der benötigte Bestandteil verabreicht wird. Eine Vollblutkonserve ist insgesamt 42 Tage haltbar.

Welche Vorteile habe ich als Blutspender?

Das gute Gefühl einem anderen Menschen geholfen zu haben. Außerdem erhält man wichtige Informationen zu seinem eigenen Blut:

  • Bestimmung der Blutgruppe und Rhesus-Faktor
  • Bestimmung des Hämoglobinwertes
  • Bestimmung, ob eine evtl. unentdeckte Gelbsucht besteht
  • Nachweis evtl. Blutfaktoren-Antikörper
  • Benachrichtigungen bei Verdacht auf Erkrankungen sowie
  • einen Blutspendeausweis (um in einem lebensbedrohlichen Fall schnellstmöglich die richtige Konserve zu erhalten)

Bestehen Nachteile für mich als Blutspender?

Sollten bei der Blutspende wissentlich falsche Angaben gemacht worden sein, kann dies schwerwiegende Folgen für den Empfänger haben. Diese können unter Umständen bis zum Tod führen. Außerdem wird man für immer von der Blutspende ausgeschlossen, da das Vertrauensverhältnis zerstört wurde. In schwerwiegenden Fällen muss auch noch zusätzlich mit einem Strafverfahren gerechnet werden.

Auch die Angst sich mit HIV anstecken zu können ist unbegründet. Alle Komponenten werden als Einwegutensilien verwendet. Die Spende erfolgt durch ein geschlossenes System. Das bedeutet, dass nichts von außen eindringen oder von innen nach außen gelangen kann.

Kann das Blut eines Spenders jedem Empfänger verabreicht werden?

Nein! Jeder Mensch gehört einer besonderen ererbten Blutgruppe an. Wird einem Empfänger das Blut mit einer ungeeigneten Blutgruppe verbreicht, entsteht eine Immunreaktion im Körper. Das Blut verklumpt und kann im schlimmsten Fall ebenfalls zum Tod führen. Ursache ist die Zusammensetzung der Oberfläche der roten Blutkörperchen.

Seit 1928 wird das AB0-System weltweit eingesetzt. Dieses umfasst vier verschiedene Hauptgruppen:

Spender Blutgruppe 0: Diese Blutgruppe gilt als Universalspender und ist die weltweit häufigste Blutgruppe (weltweit bedeutet nicht, dass es überall gleich präsent ist).

  • Empfänger: 0, A, B, AB,

Spender Blutgruppe A: Diese Blutgruppe haben Menschen, weltweit gesehen, am zweithäufigsten.

  • Empfänger: A, AB

Spender Blutgruppe B: Die weltweit dritthäufigste Blutgruppe.

  • Empfänger: B, AB

Spender Blutgruppe AB: Diese Blutgruppe gilt als Universalempfänger und ist die weltweit seltenste Blutgruppe.

  • Empfänger: AB

Zusätzlich zur Blutgruppe ist auch der Rhesusfaktor bei der Transfusion entscheidend. Es wird unterschieden zwischen Rhesusfaktor positiv (Rh+) und Rhesusfaktor negativ (Rh-). Der Rhesusfaktor bezeichnet das D-Antigen auf der Oberfläche der Erythrozyten – rote Blutkörperchen. Ist dieses vorhanden, spricht man von Rh+. Fehlt dieses, wird es als Rh- bezeichnet. Weltweit besitzen nur um die ca. 12 % der Menschen den Rh-.

Spenderblut mit Rh- kann Empfängern mit Rh+ und Rh- gespendet werden. Rh+ kann aber nur Empfängern verabreicht werden, die ebenfalls Rh+ sind. Bluttransfusionen mit unterschiedlichen Rh-Faktoren können zu allergischen Reaktionen führen.

Berücksichtigt man zusätzlich zur Blutgruppe den Rh-Faktor, ist die weltweit häufigste Blutgruppe 0 positiv. Die weltweit seltenste Blutgruppe ist AB negativ.

Ein kleiner, kurzer Pieks kann Leben retten, auch das Eigene. Daher wäre es eine Überlegung wert, den Versuch zu starten, ebenfalls Blutspender zu werden!

Ihre berufliche Karriere startete sie 2010 als Lehrling bei der D.A.S. Rechtsschutz AG. Nach erfolgreichem Lehrabschluss als Versicherungskauffrau, hat sie nun ihren Platz im Zentralen VertriebsService gefunden. Den Ausgleich zum Berufsalltag findet sie beim Sport und den Spaziergängen mit ihrem Hund. Ebenso holt sie sich die Energie aus dem gemütlichen Beisammensein mit ihren Freunden.

1 Kommentar

  1. Ulli Mayer am 15. Juni 2018 um 8:14

    Liebe Melanie,
    ein wirklich toller und gut geschriebener Artikel mit allen wichtigen Informationen, gratuliere :-) !
    LG Ulli

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