DAS ÖSTERREICH

Tipps zur Planung einer Weltreise – Teil 1.

Keine Lust mehr auf 0815 Urlaube? Raus aus dem Alltag? Immer mehr Leute wagen den Schritt zu einer längeren Reise als Weltenbummler. Natürlich sind hier andere Vorbereitungen zu treffen, als bei einer zweiwöchigen Reise nach Ägypten oder Griechenland. Erfahren Sie im 1. Teil dieses Artikels viel Wissenswertes über die Themen Budgetplanung, Jobkündigung, Wohnungsauflösung und Kündigung bestehender Abo’s/Verträge...

„jobs fill your pocket, adventures fill your soul“

Dass bei der Planung eines solchen Projektes einiges zusammen kommt ist ganz klar. Da die Liste der Dinge schier endlos lang erscheint, haben wir hier eine kleine To-Do-Liste mit den wichtigsten Punkten zusammengestellt.

 

To-Do Liste im Überblick:

 

  • Budget planen
  • Arbeitgeber informieren
  • Wohnung/Haus verkaufen/vermieten
  • Wer kümmert sich um die Post?
  • Was tun mit dem Fahrzeug / Internationaler Führerschein
  • Abos/Verträge kündigen
  • Versicherungen abschließen/stilllegen
  • Kontrolle beim Arzt / Impfungen durchführen
  • Reisepasscheck / Visum beantragen
  • Equipment besorgen
  • Optional: Neues Bankkonto eröffnen

To-Do Liste im Detail:

 

Budget planen

Wie viel Geld wird bei einer Weltreise benötigt? Dies kann mit einem Fix-Betrag nicht beantwortet werden. Viele verschiedene Faktoren beeinflussen, wie viel Budget benötigt wird. Wie wird gereist? Wohin? Alleine oder als Paar? Persönliche Ansprüche etc.

Die Ausgaben teilen sich grob in 4 Teile:

  • Transport
  • Unterkunft
  • Verpflegung
  • Sightseeing

Der Langzeitreisende wird weniger Geld für den Transport, als für die Unterkünfte ausgeben. Daher muss miteinkalkuliert werden, welche Länder für den Langzeitaufenthalt in Frage kommen. Es ist ein großer Unterschied, ob zwei Monate Asien oder zwei Monate Australien bereist werden.

Das Tagesbudget als Backpacker grob geschätzt:

  • Nordamerika 50€
  • Südamerika 40€
  • Afrika 30€
  • Asien 25€
  • Australien 90€

Wichtig ist ein bisschen mehr einzuplanen. Ungeplante Ausgaben können immer wieder entstehen. Außerdem wäre es sinnvoll, nicht das gesamte Budget für die Weltreise zu verwenden. Nach der Rückkehr holt einen schnell die Wirklichkeit ein. Kein Einkommen und auch kein Job (sollte die Entscheidung gefallen sein zu kündigen). Daher sollten mind. zwei Monatsgehälter zur Überbrückung der eventuellen Jobsuche miteinkalkuliert werden.

Arbeitgeber informieren

Ob der Job gekündigt oder einvernehmlich gelöst bzw. eine Auszeit genommen wird (falls möglich), hängt bestimmt auch von der Dauer der Reise ab. Sollte es sich nur um ein paar Monate handeln, wäre es bestimmt ratsam, seinen Job nicht gleich an den Nagel zu hängen. Man könnte dem Arbeitgeber das Angebot machen, von unterwegs aus weiter zu arbeiten oder eine Auszeit ohne Gehalt zu nehmen, auch Sabbatical genannt.

Fällt die Entscheidung, dass der Job aufgegeben wird, müssen die davorliegenden gesetzlichen, kollektivvertraglichen oder vertraglichen Kündigungsfristen sowie der Kündigungstermin beachtet werden. Die Kündigung kann zum 15. oder Monatsletzten ausgesprochen werden. Die Kündigungsfrist kann aber durch eine vorhergegangene Vereinbarung zwischen Dienstnehmer und Dienstgeber bis zu einem halben Jahr ausgedehnt werden.

Wohnung/Haus verkaufen/vermieten

Wie auch im Job sind hier Kündigungsfristen einzuhalten. Der Unterschied besteht zwischen einem befristeten (bestimmte Dauer) und einem unbefristeten (unbestimmte Dauer) Mietvertrag. Grundsätzlich sind die Kündigungsfristen im Mietvertrag geregelt.

Befristeter Mietvertrag: Dieser endet nach Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit, kann aber nach einem Jahr vorzeitig unter Einhaltung der vereinbarten Kündigungsfrist aufgelöst werden. Ist keine Kündigungsfrist vereinbart, gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten.

Unbefristeter Mietvertrag: Dieser kann jederzeit gekündigt werden. Auch hier gilt die vorher vereinbarte Kündigungsfrist. Ist eine solche nicht vereinbart, gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von einem Monat.

Wird das Wohnobjekt untervermietet, sollte auf jeden Fall das Einverständnis des Eigentümers (sollte man nicht selbst Eigentümer sein) eingeholt werden. Ohne Einverständnis besteht die Gefahr, dass der Mietvertrag durch den Vermieter aufgekündigt wird.

Weitere Informationen zum Thema Wohnungsauflösung finden Sie in diesem Artikel.

Wer kümmert sich um die Post?

Wohnt man noch bei den Eltern, klärt sich diese Frage von selbst. Für seine eigenen vier Wände, kann bei der Post ein Nachsendeauftrag um wenig Geld pro Monat eingerichtet werden. Die Postsendungen werden dann für den angegebenen Zeitraum an den angegeben Empfänger geschickt. Auch ist es möglich, die Post an eine Adresse ins Ausland zu schicken. Jedoch können hier Zusatzkosten der ausländischen Postgesellschaften anfallen.

Für alle, die ihre Post gern selbst verwalten möchten, besteht die Möglichkeit einen digitalen Briefkasten zu verwenden. „Dropscan“ ist ein Unternehmen aus Deutschland, welches die Briefpost, Dokumente, Belege und andere Papierunterlagen scannt, verwaltet und per Mail in PDF zuschickt. Man entscheidet selbst, welche Post geöffnet, gescannt oder vernichtet werden soll.

Was tun mit dem Fahrzeug? / Internationaler Führerschein

Das eigene Fahrzeug muss nicht zwangsläufig verkauft werden. Auch besteht die Möglichkeit, die KFZ-Kennzeichentafeln bis zu einem Jahr vorübergehend zu hinterlegen. Die Hinterlegung ist kostenfrei. Die zu entrichtende motorbezogene Versicherungssteuer entfällt ab einem Hinterlegungszeitraum von 45 Tagen. Auch sollte bei der Versicherung nachgefragt werden, ab welchem Zeitpunkt keine Versicherungsprämie zu entrichten ist.

ACHTUNG: Ohne KFZ-Kennzeichentafeln ist das Abstellen des Fahrzeuges auf öffentlichen Verkehrsflächen nicht gestattet.

Um auf der Reise auch „legal“ ein Auto lenken zu dürfen, wird außerhalb der EWR Staaten ein Internationaler Führerschein benötigt. Beantragt wird dieser mit dem nationalen Führerschein. In Verbindung mit dem nationalen Führerschein ist der Internationale Führerschein ein Jahr gültig. Die Kosten belaufen sich auf ca. € 22,–.

Abos/Verträge kündigen

Da so ziemlich alle Verträge unterschiedliche Kündigungsfristen haben ist es ratsam, ein Kündigungsschreiben vorzubereiten und zum jeweiligen Enddatum zu kündigen.

Natürlich kann es auch vorkommen, dass Verträge (Bsp: Handy, Internet) eine Mindestvertragslaufzeit haben. Hier könnte mit der Gesellschaft ein Sonderkündigungsrecht ausverhandelt werden. Besteht trotz mehrerer Versuche nicht die Möglichkeit aus dem Vertrag auszusteigen, muss dieses Abo weiter bezahlt oder (wenn möglich) auf ein Minimum reduziert werden.

Im zweiten Teil erfahren Sie einiges zu den Punkten Versicherungen, Kontrolle Arzt / Impfungen durchführen, Reisepasscheck / Visum beantragen etc…

Ihre berufliche Karriere startete sie 2010 als Lehrling bei der D.A.S. Rechtsschutz AG. Nach erfolgreichem Lehrabschluss als Versicherungskauffrau, hat sie nun ihren Platz im Zentralen VertriebsService gefunden. Den Ausgleich zum Berufsalltag findet sie beim Sport und den Spaziergängen mit ihrem Hund. Ebenso holt sie sich die Energie aus dem gemütlichen Beisammensein mit ihren Freunden.

1 Kommentar

  1. Gabriela Reibel am 20. Februar 2018 um 10:30

    Toll geschrieben und erklärt! Es gibt Menschen die mit dem eigenen Auto eine Weltreise planen und da wäre es interessant zu wissen, wie es da mit Versicherung etc. aussieht. LG Gabi

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