DAS ÖSTERREICH

Rechtsgeschichten, die das Leben schreibt (1. Teil)

Jeder unserer Kunden ist einzigartig. Genau wie die Rechtsprobleme und Fälle, um die sich die D.A.S. Juristen tagtäglich kümmern. Die nachfolgende Geschichte zeigt auf, was man aus der unfreiwilligen Begegnung zwischen einem Taxi und einem Fahrrad für die Zukunft lernen kann.

Er lag hinter dem Taxi auf der Straße und blickte direkt in den Auspuff. Wäre er ein Mechaniker bei der jährlichen Inspektion, wäre diese Perspektive zwar nicht alltäglich, aber auch nicht weiter aufregend gewesen. Als Radfahrer, unsanft getrennt von seinem Bike, sah die Sache schon ganz anders aus.
Gerade war er noch auf die Kreuzung zugerollt, weil die Ampel Gelb gezeigt hatte, dann bekam er plötzlich einen Stoß von links, schlitterte an einem Fahrzeug entlang und fiel zu Boden, als die stützende Karosserie endete. Er hätte sich jetzt fragen können, warum ein Anstoß von Links nicht zu einer Schleuderbewegung nach rechts geführt hatte, aber der Zustand der Physis überlagerte aktuell spannende Fragen der Physik. Die linke Schulter schmerzte höllisch.

Starke Schulterschmerzen nach Zusammenprall
Andere Radfahrer halfen ihm auf die Beine, der Taxilenker stieg aus dem Taxi und vergewisserte sich pflichtgemäß, dass sein Taxi nicht beschädigt war. Dann kam er auf ihn zu und sprach die ermunternden Worte: „Wieso fährst du Schlangenlinien, häh?!“
Er wollte schon sagen, dass er erstens praktisch bereits gestanden sei und Schlangenlinien im Stehen eher selten sind und die Frage anschließen, warum ein Taxler als Berufskraftfahrer jemanden mit 20 cm Seitenabstand überholt, der Schlangenlinien fährt. Angesichts des auffällig tätowierten Bizeps‘ mit dem Umfang seines eigenen Oberschenkels biss er sich jedoch auf die Zunge, das half auch gegen den pulsierenden Schmerz in der Schulter.

Medizinische Untersuchung zeigte ganzes Ausmaß des Unfalls
Der Taxler hatte ihn jetzt erreicht, klopfte ihm auf die linke Schulter (oh ja, die verletzte) und konstatierte autorisiert durch ein offensichtlich abgebrochenes Medizinstudium: „Gott sei Dank, nix passiert“. Er zuckte bei der Berührung zusammen und wies auf die Schmerzen in der Schulter hin, aber der Taxler war weiterhin der Meinung, das sei „praktisch nix“. Der linke Arm war mittlerweile abgestorben oder zumindest komatös, doch mit der rechten Hand konnte er noch ein Handyfoto vom Taxi in der Endlage schießen und die Visitenkarte des Taxifahrers fotografieren, dann musste dieser „leider weiter zu einem wichtigen Termin“.

Ein anderes Taxi brachte ihn ins AKH, wo eine ernste Prellung der linken Schulter aber Gott sei Dank keine weiteren Verletzungen diagnostiziert wurde. Den Helm, der seinen Kopf geschützt hatte, wollte er wegen des heißen Wetters heute Morgen zuerst gar nicht aufsetzen. Ein Glück, dass er sich anders entschieden hatte.

Bei Verdacht auf Personenschaden Polizei rufen, sonst Fahrerflucht
Um den weiteren Papierkram kümmerten sich seine Betreuer bei der D.A.S. Dort erfuhr er auch, dass der Taxifahrer Fahrerflucht begangen hatte, weil bei Verdacht auf Personenschaden immer die Polizei zu verständigen ist. Von den D.A.S. Juristen wurde ihm auch geraten, ein Schmerzprotokoll zu führen, um den Heilungsverlauf objektivieren zu können. Außer der Verletzung war kein Schaden eingetreten, sogar die Jacke (Leder!) war noch in Ordnung. Aber der Anspruch auf Schmerzengeld wurde von den Rechtsexperten durchaus positiv bewertet.

Mit Hilfe von Zeugen wäre der Anspruch leichter durchzusetzen
Leider stand Aussage gegen Aussage, weil von den anderen Radfahrern, die den Unfall mitbekommen hatten, keine Daten bekannt waren. Aber wer denkt in so einer Situation schon an die Daten von Zeugen? Solche Tipps stehen zwar in der Checkliste für Verkehrsunfälle der D.A.S. drin, aber Hand auf’s Herz, wer liest die schon?

Mit den vorhandenen Informationen (das Kennzeichen war auf dem Foto, das er beim Unfall gemacht hatte, deutlich zu erkennen) konnte über eine Abfrage beim Versicherungsverband der Haftpflichtversicherer eruiert werden. Die D.A.S. setzte daraufhin ein Forderungsschreiben auf.
Sich in der Situation nicht um Schriftverkehr kümmern zu müssen, war eine große Erleichterung (auch wenn er nicht Linkshänder war).

Ob der Fall erfolgreich zu Ende ging, lesen Sie demnächst am D.A.S. Blog.

Das D.A.S. Redaktions-Team besteht aus Mitarbeitern der D.A.S., die euch mit Informationen zu Rechts- und Alltagsthemen versorgen.

Wir freuen uns über Ihre Kommentare – ob Lob, Kritik oder sachliche Diskussion! Bitte lesen Sie unsere Hinweise zu Kommentaren!

Ich habe die Datenschutzrichtlinien gelesen und akzeptiere diese.