DAS ÖSTERREICH

Feuerwerk: Unfallfrei ins neue Jahr

Es ist Tradition und aus unseren Neujahrsbräuchen nicht wegzudenken: das Silvesterfeuerwerk. Kurz vor 31.12. schlagen die Herzen aller Feuerwerkfans höher und in jedem Supermarkt, Baumarkt usw. herrscht Hochsaison rund um dazugehörige Artikel. Aber kann ich einfach jeden Böller, Knaller und Feuerwerkskörper kaufen? Darf ich das Silvesterfeuerwerk im Ausland bestellen? Die wichtigsten Infos lesen Sie hier.

Immer wieder tauchen unzählige illegale Feuerwerkskörper im Internet auf. Worauf muss man grundsätzlich achten?

In Österreich sind das Inverkehrbringen, der Besitz und die Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen und Sätzen verboten, wenn sie den allgemeinen Grundsätzen (CE-Kennzeichnung etc.) widersprechen (§ 20a Pyrotechnikgesetz). Eine Kennzeichnung fehlt dann, wenn weder Name noch Adresse des Herstellers, die betreffende Altersgrenze sowie Angaben zur jeweiligen Kategorie angegeben sind.

Darf ich Feuerwerkskörper auch via Online-Shops im Ausland bestellen?

Es ist grundsätzlich erlaubt, Feuerwerke im Ausland zu bestellen. Die Raketen und Böller müssen jedoch den inländischen Gesetzen und Qualitätskriterien (CE-Zeichen usw.) entsprechen. Dabei ist es egal, ob man die Pyrotechnikartikel aus dem EU- oder Nicht-EU-Ausland bestellt.

Ohne behördliche Bewilligung dürfen jedoch nur Silvesterraketen und -böller der Kategorie F1 und F2 nach Österreich eingeführt werden, sofern sie den allgemeinen Grundsätzen entsprechen und die Altersgrenzen der jeweiligen Kategorie eingehalten werden. Höhere Feuerwerkskategorien (F3, F4 etc.) dürfen nur mit Bewilligung nach Österreich gebracht werden. Für die Bewilligung sind die Bundespolizeidirektionen bzw. die Bezirkshauptmannschaften und Magistrate zuständig. Ohne diese Bewilligung ist sowohl der Besitz als auch die Verwendung verboten.

Mehr Information zu den Einfuhrverboten finden Sie hier.

Gibt es unterschiedliche Klassifizierungen bei Feuerwerkskörpern?

Feuerwerkskörper, die zur Unterhaltung dienen, werden grundsätzlich in die Kategorien F1 bis F4 eingeteilt:

Feuerwerke der Kategorie F1 stellen eine geringe Gefahr dar und sind etwa Tischfeuerwerke, Knallerbsen oder Wunderkerzen. Dabei ist das Mindestalter für Besitz und Verwendung zwölf Jahre.

Ab 16 Jahre dürfen F2-Feuerwerke verwendet werden. Darunter fallen auch die klassischen Silvesterraketen. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Gebrauchshinweise direkt am Produkt angebracht sind. Pyrotechnische Gegenstände der Kategorien F1 und F2 dürfen außerdem nur einzeln und voneinander getrennt angezündet werden.

Mindestens 18 Jahre muss man alt sein und Sach- und Fachkunde nachweisen können, um Feuerwerke der Kategorien F3 und F4 besitzen und verwenden zu dürfen. Dabei stellen Feuerwerke in F3 eine mittlere Gefahr dar. F4-Feuerwerkskörper sind eine große Gefahr. Zudem ist bei beiden Kategorien eine behördliche Genehmigung notwendig.

Drohen Strafen, wenn man illegale Feuerwerkskörper besitzt oder verwendet?

Ja. Wer mit illegalen Feuerwerkskörpern erwischt wird oder eine andere Verwaltungsübertretung begeht, dem droht eine Strafe von bis zu 3.600 Euro oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Wochen. Händler können dabei sogar bis zu 10.000 Euro Strafe zahlen. Alternativ droht eine Ersatzfreiheitsstrafe bis zu sechs Wochen.

Wie wird eine solche Verwaltungsübertretung definiert?

Eine Verwaltungsübertretung wird dann begangen, wenn gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen wird und man etwa illegale Feuerwerkskörper besitzt, verwendet oder das vorgegebene Mindestalter ignoriert. (Paragraph 40 des Pyrotechnikgesetzes). Auch schon der Versuch kann eine Übertretung darstellen.

Achtung: Verbot von „Schweizer Krachern“ bzw. „Piraten“ ab Jänner 2016

Ursprünglich war dieses Verbot erst ab Juli 2017 vorgesehen. Durch die Änderung des Pyrotechnikgesetzes im Jänner 2015 wurde das Verbot von Blitzknallsätzen der Kategorie F2 („Schweizer Kracher“, „Piraten“, etc.) auf Jänner 2016 vorverlegt. Seit 2013 ist „nur“ das Überlassen oder in Verkehr bringen verboten.  Ab 4. Jänner 2016 dürfen diese Blitzknallkörper nicht einmal mehr verwendet oder besessen werden. Danach sind Knallkörper der Kategorie F2 nur noch erlaubt (Besitz, Verwendung, Überlassung, Inverkehrbringen), wenn sie ausschließlich Schwarzpulver enthalten.

Mehr Informationen gibt es im Pyrotechnikgesetz.

Wir wünschen Ihnen einen guten Rutsch und Prosit 2018!

Hier schreibt ein juristisches Expertenteam der D.A.S. zu unterschiedlichsten Rechtsthemen.

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