DAS ÖSTERREICH

FAQ: Entgeltfortzahlung für Arbeiter und Angestellte

Ab Juli gilt die neue Regelung zur Entgeltfortzahlung bei Arbeitern und Angestellten. Dadurch werden Arbeiter und Angestellte bei Dienstverhinderungen wegen Krankheit, Unfall sowie wichtigen persönlichen Gründen gleich gestellt. Die D.A.S. Rechtsberatung hat für euch die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

  1. Was bringt die Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten?
    Bis zur jetzigen Gesetzesänderung gab es für Arbeiter und Angestellte unterschiedliche Regelungen, wenn sie durch Krankheit, Unfall oder aufgrund wichtiger persönlicher Gründe nicht arbeiten konnten. Der Gesetzgeber hat die Unterschiede nun beseitigt und die Angestellten in vielen Punkten bessergestellt. Aber auch für Arbeiter gibt es durch die Angleichung an die Angestellten nun Vorteile.
  1. Gelten die neuen Bestimmungen zur Entgeltfortzahlung sofort für alle?
    Nein, die neue Regelung gilt nur für Dienstverhinderungen (wegen Krankheit, Unfall, etc.), die in Arbeitsjahren eintreten, die nach dem 30. Juni 2018 beginnen. Wenn das Arbeitsjahr beispielsweise von September bis September läuft, dann gelten die neuen Bestimmungen erst ab September 2018.
    Gut zu wissen: Ein Arbeitsjahr ist nicht mit einem Kalenderjahr gleich zusetzen. Ein Arbeitsjahr beginnt zu laufen, wenn der Arbeitnehmer in das Unternehmen eintritt. Ein Kalenderjahr startet immer mit dem 01. Jänner jeden Jahres.
  1. Wie lange muss man im Unternehmen sein, damit man den vollen Anspruch auf Entgeltfortzahlung hat?
    Mit der Gesetzesänderung haben Angestellte und Arbeiter bereits nach dem 1. Dienstjahr Anspruch auf bis zu 8 Wochen volle Entgeltfortzahlung und 4 Wochen halbe Entgeltfortzahlung. Früher hatte man diesen Anspruch erst nach 5 Jahren im Unternehmen.
  1. Was gilt für geringfügig Beschäftige, Lehrlinge und freie Dienstnehmer?
    Die Neuerungen gelten auch für geringfügig Beschäftige. Vorausgesetzt, diese befinden sich in einem Arbeiter- oder Angestelltenverhältnis.
    Bei Freien Dienstnehmern ist die neue Regelung nicht anzuwenden. Sie erhalten nur das geringe Krankengelt von der Sozialversicherung.
    Lehrlinge erhalten ebenfalls 8 Wochen (statt bisher 4 Wochen) die volle Lehrlingsentschädigung und weitere 4 Wochen (statt bisher 2 Wochen) ein Teilentgelt in Höhe der Differenz zwischen der vollen Lehrlingsentschädigung und dem gesetzlichen Krankengeld.
  1. Was gilt, wenn man aufgrund eines Todesfalls in der Familie nicht arbeiten kann?
    Ein Todesfall in der Familie ist (genauso wie eine Hochzeit, ein Behördengang oder ein unaufschiebbarer Arzttermin) ein sogenannter „wichtiger persönlicher Grund“.
    Bisher war es möglich, bei Arbeitern den Entgeltfortzahlungsanspruch bei solchen Gründen kollektivvertraglich einzuschränken. Ab dem 1. Juli 2018 ist das nun anders. Arbeiter haben diesbezüglich nun die gleichen Rechte wie Angestellte.
    Wenn man als Arbeiter oder Angestellter aufgrund eines Todesfalls in der Familie nicht arbeiten gehen kann, hat man daher Anspruch auf die Fortbezahlung des Entgelts. Daran darf der anwendbare Kollektivvertrag nun auch nichts mehr ändern.  
  1. Ist eine Unterscheidung zwischen Erst- und Wiedererkrankung weiterhin notwendig?
    Die Unterscheidung zwischen Erst- und Wiedererkrankung ist ab jetzt nicht mehr notwendig, da die Regelungen der Angestellten an die der Arbeiter angepasst wurden. Innerhalb eines Arbeitsjahres werden ab jetzt die Zeiten, in denen man nicht arbeiten kann, addiert. Innerhalb dieses Jahres hat man – je nachdem wie lange das Dienstverhältnis bereits besteht – Anspruch auf 6-12 Wochen volle und 4 Wochen halbe Entgeltfortzahlung.Mit Beginn eines neuen Arbeitsjahres besteht wieder der volle Entgeltfortzahlungsanspruch.

„Abwarten und Teetrinken“ ist nicht die Devise der Juristinnen und Juristen der D.A.S. Rechtsberatung. Ständig unter Strom sind sie exklusiv für D.A.S. Mitglieder im Einsatz. Energiegeladen beraten sie schriftlich und telefonisch (Kontaktdaten). Um garantiert keine Langeweile aufkommen zu lassen ;) schreiben sie juristische Artikel, überprüfen die Impressen der D.A.S. Firmenkunden und unterstützen Kollegen bei rechtlichen Fragen.

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