DAS ÖSTERREICH

Die Top 10 Tipps zum Thema Umzug

Ein Umzug ist eine große organisatorische Herausforderung. Damit Sie beim Siedeln nichts vergessen haben wir die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst.

Der Einzug in ein neues Zuhause steht bevor? Hier die TOP 10 der Dinge, die Sie bei einem Umzug beachten sollten:

 

  • Fristgerechte Aufkündigung des bestehenden Mietvertrages

Um zu vermeiden, dass in der Übergangszeit doppelt Miete bezahlt werden muss, sollte der bestehende Mietvertrag jedenfalls fristgerecht gekündigt werden.

Hinsichtlich der Kündigungsfristen gelten, je nachdem, ob ein befristeter oder unbefristeter Mietvertrag geschlossen wurde, unterschiedliche Regeln.

Ein befristeter Mietvertrag endet grundsätzlich mit Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit, kann jedoch nach einem Jahr vorzeitig unter Einhaltung der vereinbarten Kündigungsfrist aufgelöst werden. Ist eine solche Frist nicht vereinbart, gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von 3 Monaten.

Ein unbefristeter Mietvertrag kann hingegen jederzeit gekündigt werden. Zu beachten ist auch hier die vereinbarte Kündigungsfrist; mangels einer solchen gilt eine gesetzliche Frist von einem Monat.

 

  • Wohnsitz ummelden

Die Meldung in der neuen Unterkunft ist gesetzlich vorgeschrieben. Diese hat innerhalb von drei Tagen nach dem Bezug der neuen Unterkunft bei der Meldebehörde, die für den neuen Wohnsitz zuständig ist, zu erfolgen. Dies sind das Gemeindeamt, in Statutarstädten der Magistrat und in Wien das Magistratische Bezirksamt.

Achtung: Wer die gesetzliche Meldepflicht nicht erfüllt, begeht eine Verwaltungsübertretung, die mit einer Geldstrafe bis zu 726 Euro (im Wiederholungsfall bis zu 2.180 Euro) geahndet wird!

 

  • Änderung bzw. Kündigung bestehender Verträge

Besonders wichtig ist die Um- bzw. Abmeldung von Fernwärme-, Strom- und Gasverträgen. Beim Auszug empfiehlt es sich auch, den aktuellen Zählerstand abzulesen. So kann Problemen bei späteren Endabrechnungen vorgebeugt werden.

Weiters können Sie Ihre Haushaltsversicherung bereits vorab auf die neue Adresse umstellen.

Tipp: Die Einholung eines Angebots von anderen Anbietern könnte sich hier auszahlen – immer wieder werden interessante Vergünstigungen angeboten!

Auch die Änderung von Telefon- und Internetverträgen sowie Fernseh- bzw. Kabelverträgen sollte rechtzeitig erfolgen. Kündigungsfristen sind in den jeweiligen Verträgen zu finden bzw. ganz einfach bei den Service-Hotlines zu erfragen.

Tipp: Die GIS kann durch das Ausfüllen eines einfachen Formulars, welches auf der Homepage zu finden ist, auf die neue Unterkunft umgemeldet werden!

Fristgerecht sollte auch die Beantragung einer neuen Parkerlaubnis („Parkpickerl“ in Wien) oder Kündigung eines eventuell bestehenden Dauerparkplatzes vorgenommen werden.

 

  • Kaution

Nach ordnungsgemäßer Übergabe der Wohnung an den Vermieter entsteht der Anspruch auf Rückzahlung der hinterlegten Kaution. Die Fälligkeit der Zahlung ist häufig im Vertrag festgehalten. Fehlt eine solche Vereinbarung, hat der Vermieter die Kaution binnen angemessener Frist auszuzahlen.

Beachten sollte man jedoch, dass für eventuell bestehende Mängel, welche über gewöhnliche Abnutzung hinausgehen, ein Teil oder auch die gesamte Kaution einbehalten werden kann.

Um späteren Beweisproblemen bei Streitigkeiten im Zusammenhang mit einer nicht zurückbezahlten Kaution vorzubeugen, ist es wichtig, bei der Übergabe der Wohnung ein

 

  • Übergabeprotokoll

anzufertigen. Dabei sollte der aktuelle Status der übergebenen Wohnung schriftlich festgehalten werden. Sollten Mängel vorhanden sein, empfiehlt es sich, diese genau zu dokumentieren (Fotos etc.). Das Protokoll sollte von beiden Seiten unterfertig und datiert werden.

 

  • Miet-Endabrechnung

Bereits im Zuge der Übergabe an den Vermieter kann eine Miet-Endabrechnung angefordert werden. Damit wird sichergestellt, dass alle Verbindlichkeiten aus dem alten Mietverhältnis beglichen sind. Das Eintrudeln von Rechnungen Monate nach Ende des Mietverhältnisses kann so verhindert werden.

 

  • Umzug

Praktisch sinnvoll ist es, zeitgerecht einen Umzugstermin festzulegen und eventuelle Umzugshelfer sowie Kartons etc. zu organisieren.

Sollte die Hilfe von Umzugsunternehmen in Anspruch genommen werden, so ist es wichtig, alle Details bereits im Vorhinein schriftlich festzuhalten. Die Menge der zu transportierenden Kartons sowie der genaue Preis sollten unbedingt schriftlich vorab bestätigt werden. Sollte die Firma am Umzugstag Änderungen der Vereinbarung vorschlagen, können Sie selbst entscheiden, ob Sie dieses neue Vertragsangebot annehmen möchten. Sinnvoller ist es oft, einen Fixpreis zu vereinbaren, welcher bei Änderung der Transportmenge oder Arbeitszeit nicht mehr variieren kann.

Tipp: Wenn Sie Zahlungen, welche über den vereinbarten Preis hinausgehen, leisten, um den Umzug dennoch durchzuführen, lassen Sie sich diese unbedingt schriftlich bestätigen und leisten Sie diese nur unter Vorbehalt der möglichen späteren Rückforderung (Vermerk auf der Zahlungsbestätigung)!

 

  • Sonderurlaub

Je nach Kollektivvertrag bzw. Arbeitsvertrag kann ein Sonderurlaub für den geplanten Umzug zustehen – dies natürlich, wie auch bei regulärem Urlaub, nur nach Absprache mit dem Vorgesetzten. Am besten ist es hier, sich direkt in der zuständigen Personalabteilung zu erkundigen und dann rechtzeitig einen Antrag zu stellen. Möglich und legitim ist es, dass vom Arbeitgeber ein Nachweis für den Umzug, etwa die Kopie eines Meldezettels, verlangt wird.

 

  • Adressänderungen bekanntgeben

Nach dem erfolgten Umzug sollte der Adresswechsel vor allem bei Behörden (Krankenkasse, Finanzamt, etc.), Banken und natürlich beim Dienstgeber bekanntgegeben werden. Unterbleibt dies, können wichtige Briefe verloren gehen und daraus unvorhergesehene Kostenfolgen resultieren!

Tipp: Richten Sie einen Nachsendeauftrag bei der Post ein! So erreichen Sie auch dann alle Briefe, wenn mit den Adressänderungen etwas schief gegangen ist.

 

  • Das neue Heim

Nach dem stressigen Umzug ist es nun Zeit für ein wenig Entspannung im neuen Heim. Abschließend empfehlen wir, auch hinsichtlich der neuen Wohnung ein Übergabeprotokoll anzufertigen. Damit wird dokumentiert, in welchem Zustand die Wohnung übernommen wurde. Dies kann späteren Streitigkeiten bereits beim Einzug entgegenwirken!

Wir wünschen eine schöne Zeit im neuen Zuhause!

Von Natur aus abenteuerlustig und offen für Neues, daher in jeder freien Minute beim Klettern, am Berg oder auf einer weiteren spannenden Reise quer durch die Welt anzutreffen.

Wenn nicht gerade „on Tour“ entspannt sie gerne in der Heimat, dem Südburgenland.

Die Anwendung ihrer (auch dort erlernten) Koch- und Backkünste sorgten schon während dem Studium der Rechtswissenschaften für die nötige Abwechslung.

Abende nach der Juristerei lässt sie gerne bei einem spannenden Krimi – ob Buch oder Film – ausklingen. Das ist Birgit Baldasti – Referentin im RechtsService Ost.

1 Kommentar

  1. Sophie Gerber am 22. November 2017 um 10:11

    Hallo und vielen Dank für diesen Beitrag und die nützlichen Tipps! Den Umzug muss man schon rechtzeitig planen, ich habe ein Mal einige Kündigungen vergessen und das wurde dann ein großes Problem… Was man aber auch nicht vergessen darf, ist die Umzugsfirma rechtzeitig zu kontaktieren, es gibt bestimmt andere Leute die an dem selben Tag umziehen wollen und ohne Helfer und Wagen wird das alles nicht einfacher.. Ich habe gefühlt schon alle Fehler gemacht, beim nächsten Umzug sollte alles dann perfekt laufen!
    Viele Grüße, Sophie

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