DAS ÖSTERREICH

Die gruseligsten/schaurigsten Bräuche und Traditionen der Welt

Halloween steht vor der Tür und überall auf der Welt geistern gruselig verkleidete Gestalten durch die Nacht. Gruselige Bräuche gibt es auf der ganzen Welt. Die Top 10 haben wir hier für Sie zusammengefasst. Die persönliche Reihung sei jedem selbst überlassen:

Beerdigung im Amazonas

Um den Verstorbenen Respekt zu erweisen, übt der zwischen Venezuela und des brasilianischen Regenwaldes lebende Stamm der Yanomami, einen rituellen und traditionellen Brauch aus.

Stirbt ein Yanomami, so wird sein Körper auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Die übrig gebliebenen Knochen werden mit einem speziellen Holzmörser zu einem feinen Pulver gemahlen. Ein Teil des Knochen- bzw. Aschepulvers wird zusammen mit dem Wild (Wollaffen, Tapire, Gürteltiere oder auch Vögel) unter eine Bananensuppe gerührt. Diese Suppe wird anschließend von den engsten Angehörigen und Stammesmitgliedern getrunken. Die positiven Seelenanteile des Verstorbenen sollen so aufgenommen werden. Um die Rückkehr der bösen Totengeister zu verhindern, werden die Gegenstände des Toten und dessen Name nicht mehr erwähnt.

Den Rest der Asche bewahren sie in einer getrockneten Hülle eines Flaschenkürbisses auf. Beim Pijiguao-Fest kommt die Asche erneut zum Einsatz und wird wieder mit der Bananensuppe vermengt und getrunken.

Exhumierung der Toten in Madagaskar

Die uns bekannte Totenruhe wird in Madagaskar etwas anders zelebriert. Dem Glauben der Merina nach, nehmen die Toten großen Einfluss auf ihre Hinterbliebenen. Deshalb werden die Verstorbenen in regelmäßigen Abständen exhumiert. Damit verbunden ist auch ein großes Fest, für das alle Verwandten aus der Umgebung zusammen kommen.

Die Toten werden aus den Familiengräbern geholt, um die umliegenden Gräber herumgetragen und in der Mitte der Feiernden platziert. Nach einer Weile werden die Toten gewaschen, in neue/frische Totentücher eingewickelt und wieder in ihr altes Grab gebettet. Hier haben sie dann, bis zur nächsten Famadihana, ihre „Totenruhe“.

Puppeninsel in Mexico

Die Puppen auf der Isla de las Munecas in Mexico sind nicht zum Spielen gedacht. Der Fischer Julian Santana Barrera (der einzige Bewohner der Insel, bevor diese für Touristenzwecke in den 1990er Jahre erschlossen wurde) fand 1951 am Ufer der Insel die Leiche eines kleinen Mädchens. Die Schreie und Forderungen nach Spielzeug, die der Fischer immer wieder hörte, veranlassten ihn dazu Puppen zu sammeln. Er wollte damit den Geist des Mädchens besänftigen. Dieser Plan ging leider schief. Also befestigte er, bis zu seinem Tod im Jahr 2001, Puppen mit verkrüppelten Gliedmaßen, fehlenden Augen und Flecken am Körper, in den Bäumen und an den Zäunen der Insel. Der Geist des Mädchens sollte Angst bekommen und somit verschwinden.

Das Schaurige ist, dass er genau an der Stelle umgekommen ist, an dem er auch das Mädchen fand. Nun wird die Insel von den Jugendlichen am Festland für Mutproben genutzt. Sie müssen eine ganze Nacht dort verbringen und erweitern die Puppensammlung sogar manchmal durch eigene, gefundene Puppen.

Buße tun auf den Philippinen

Zu den Osterfeiern durchleiden die katholisch-gläubigen Teilnehmer manchmal schreckliche Qualen. Gläubige züchtigen sich selbst, lassen sich geißeln oder sogar kreuzigen.

Die Teilnehmer möchten auf diesen Weg entweder ihre Sünden abbüßen oder Dankbarkeit gegenüber Gott aufzeigen. Die katholische Kirche verurteilt jedoch dieses Ritual.

Volksfest in Spanien

Viele Bräuche in Spanien wurden bereits von Tierschützern entschärft.

Weniger Glück haben die Tierschützer mit ihren Protestaktionen bei dem seit 1584 bestehenden alljährlichen Volksfestes in der Kleinstadt Tordesillas. Dieses Fest wird zu Ehren der Schutzpatronin dieser Stadt, der „Virgen de la Peña“, veranstaltet. Hier wird ein Kampfstier von dutzenden Leuten, mit Lanzen bewaffnet, durch die Straßen gehetzt. Die Teilnehmer stechen solange auf das Tier ein, bis es sich erschöpft der Menschenmenge ergibt. Der Überlebenskampf eines Tieres kann hier aber oft bis zu einer Stunde (!) dauern. Derjenige, der dem Stier den Todesstoß gibt, bekommt vom Bürgermeister der Stadt, als Trophäe, den Schwanz des Stieres überreicht. Manchmal werden dem Stier dazu auch noch bei lebendigen Leibe die Hoden abgeschnitten.

Sollte ein Stier jedoch die Ziellinie der Stadt erreichen, so wird er begnadigt. Dies ist bis jetzt aber nur einem einzigen Stier gelungen.

Nicht zu verwechseln ist diese Tradition mit der, in welche nur ein Torero in der Arena gegen einen Stier kämpft. Auch dieser Brauch wird noch alljährlich in Arenen abgehalten.

Amputation der Finger in Papua-Neuguinea

Das indigene Dani-Volk praktizierte eine besonders für unsere Verhältnisse gruselige Tradition.

Stirbt ein Mensch, so werden die Finger von dessen Verwandten, Frauen und Kindern bei vollem Bewusstsein und ohne Narkose amputiert. Das soll die Geister besänftigen. Der physische Schmerz soll für den Ausdruck des Leidens stehen, welche man durch den Verlust des geliebten Menschen erleidet. Heute ist die rituelle Tradition weitestgehend verboten worden.

Das Einmauern von Menschen

Der frühere Glaube in Japan lies die Menschen Schreckliches tun. Sie glaubten daran, dass in allen Dingen Seelen einwohnen. Auch das die Seelen oder Wesen auf andere Gegenstände übertragen werden können.

Viele Geschichten handeln davon, dass der Bau eines Gebäudes nicht immer reibungslos verlief. Daher wurde in den verschiedensten Bauwerken Hohlräume oder Säulen errichtet, in welche dann die Menschen, teils lebendig, teils schon tot, eingemauert wurden. Die Lebenden erstickten oder verdursteten qualvoll. Der Bau verlief anschließend meist reibungslos weiter. Durch ihren Tod gaben sie, nach den Glauben der Japaner, den Gebäuden Kraft und Stärke.

Auch die alten Ägypter mauerten ihre Arbeiter mit ein, um zu verhindern, dass diese die Geheimgänge oder Fallen verraten würden. Auch bei der berühmtesten Mauer der Welt, der Chinesischen Mauer, wurden Arbeiter mit eingemauert.

Opferungen bei den Azteken

Die Azteken lebten zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert im Tal von Mexiko. Die Religion der Azteken forderte von ihnen Menschenopfer, um den Fortbestand der Welt und den Lauf der Sonne zu sichern. Daher wurden, je nach Gottheit, verschiedene Menschenopfer gebracht:

  • Sie opferten dem Sonnen- und Kriegsgott „Huitzilopochtli“  jeden Tag, auf der Plattform vor dem Schrein des Tempels, einen Menschen. Das Opfer trug ein Tuch mit roten und weißen Streifen und stieg die Pyramide hinauf. Oben angekommen hielten vier Priester das Opfer an den Gliedmaßen fest und streckten sie auf dem Steinblock des Schreins aus. Ein Hohepriester schnitt daraufhin den Brustkorb mit einem Messer auf, griff in den Brustkorb hinein und zog das schlagende Herz mit samt den Venen und Adern aus dem Köper heraus. Erst danach wurden diese durchtrennt. Das blutende Herz wurde dann der Sonne entgegengehalten und in einer Schale aufbewahrt. Mit dem warmen Blut des Opfers wurden dann die Abbilder der Götter getränkt. Anschließend wurden, so vermuten die Forscher, die Körper der geopferten Menschen die Treppe der Pyramide hinuntergeworfen und von den Menschen verzehrt.
  • Dem Fruchtbarkeitsgott „Xipe Totec“ wurden meist Kriegsgefangene geopfert. Dies sollte einen positiven Einfluss auf die Maisernte haben. Sie wurden an einem Pfahl gefesselt und von den Kriegern der Azteken mit Pfeilen durchbohrt. Anschließend zog man ihnen die Haut von Kopf bis Fuß ab und der Priester trug diese dann 20 Tage als sogenanntes grünes Kleid.
  • Tlaloc der Regengott wurde auf besonders grausame Weise geehrt – mit Kindern. Diese wurden durch Foltern zum Weinen gebracht und in Käfige gesperrt. Es sollte den Regen herbeiführen.

Genitalverstümmelungen

Die Genitalverstümmelung bei Mädchen ist ein Brauch, welcher zumeist nur in afrikanischen Ländern praktiziert wird. Den Mädchen wird mit Rasierklingen, alten Glasscherben, Scheren und anderen scharfen Gegenständen die Genitalien weggeschnitten. Es gibt verschiedene Arten von Verstümmelungen. Dennoch können diese in vier Kategorien unterschieden werden:

  • Typ I: teilweise oder vollständige Entfernung des äußerlich sichtbaren Teils der Klitoris und/oder der Klitorisvorhaut
  • Typ II: teilweise oder vollständige Entfernung des äußerlich sichtbaren Teils der Klitoris und der inneren Schamlippen mit oder ohne Beschneidung der äußeren Schamlippen
  • Typ III: Verengung der Vaginalöffnung mit Bildung eines deckenden Verschlusses, indem die inneren und/oder die äußeren Schamlippen aufgeschnitten und zusammengefügt werden, mit oder ohne Entfernung des äußerlich sichtbaren Teils der Klitoris.
  • Typ IV: In dieser Kategorie werden alle Praktiken erfasst, die sich nicht einer der anderen drei Kategorien zuordnen lassen. Die WHO nennt beispielhaft das Einstechen, Durchbohren (bei uns bekannt unter Piercing), Einschneiden, Abschaben von Genitalgewebe, das Ausbrennen der Klitoris oder das Einführen ätzender Substanzen in die Vagina.

Die Mädchen werden dabei nicht betäubt und müssen teilweise von mehreren erwachsenen Frauen gehalten werden. Anschließend werden ihnen von der Hüfte bis zu den Knöcheln 40 Tage lang die Beine zusammengebunden, damit die Wunde heilen kann. Aufgrund dessen, dass den Mädchen keine Medikamente verabreicht werden, entzünden sich manchmal die Wunden und sie bekommen eine Blutvergiftung. Manche verbluten aber schon bei der eigentlichen Beschneidung. Die weibliche Beschneidung wird hauptsächlich in afrikanischen Ländern wie Ägypten, Guinea, Mali, Somalia und Sierra Leone durchgeführt. In den meisten dieser Länder ist diese Art der Beschneidung gesetzlich verboten. Man erhält beispielsweise in Ägypten eine Haftstrafe von drei Monaten bis zu zwei Jahren und eine Geldstrafe von 900 US-Dollar. Allerdings wird es toleriert, wenn die medizinische Notwendigkeit besteht.

Das Gadhimai-Opferfest in Nepal

Das in Nepal abgehaltene Gadhimai-Opferfest wird alle 5 Jahre im Dorf Bariyarpur abgehalten. Tausende Tiere, darunter Ziegen, Lämmer, Tauben und Schweine, werden zu Ehren der hinduistischen Gottheit Gadhimai abgeschlachtet. Die größte Anzahl an Tieren, welche geschlachtet werden, sind Stiere und Büffel. Diese werden auf ein extra dafür angelegtes Feld getrieben. Gerade bei den Stieren brauchen, die nicht ausgebildeten Schlachter, meist bis zu 25 Anläufe, bis das Tier tot ist. Grausam dabei ist auch, dass dem Stier manchmal die Hinterbeine abgeschlagen werden, damit dieser bewegungsunfähig sind. Viele Jungtiere verenden meist schon vorher an Dehydration oder Stress.

Das Absurdeste dabei ist aber, dass der Hinduismus mit dieser Art von Tradition nichts zu tun hat. Im Hinduismus sind jegliche Tieropfer verboten. Die meisten dort anwesenden Menschen sind nicht die Nepalesen selbst, sondern Inder, die zu diesem Fest extra anreisen und auch ihr eigenes Vieh mitbringen.

Ein Lichtblick ist jedoch schon in Sicht. Nachdem beim letzten Fest 2014, auf der ganzen Welt darüber in den Medien berichtet wurde, hat das Tempelkomitee im Juli 2015 verkündet, das Tieropferfest zu beenden.

Im nächsten Bericht erfahren Sie einiges über Beerdigungen von Haustieren.

Ihre berufliche Karriere startete sie 2010 als Lehrling bei der D.A.S. Rechtsschutz AG. Nach erfolgreichem Lehrabschluss als Versicherungskauffrau, hat sie nun ihren Platz im Zentralen VertriebsService gefunden. Den Ausgleich zum Berufsalltag findet sie beim Sport und den Spaziergängen mit ihrem Hund. Ebenso holt sie sich die Energie aus dem gemütlichen Beisammensein mit ihren Freunden.

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