DAS ÖSTERREICH

Angeln, die einzige Art von Philosophie, von der man auch satt werden kann!

Mein Vater hat als Jugendlicher mit Haselrute, Schnur, Weinkorken und Bleikügelchen erfolgreich geangelt. In meiner Jugend bin ich dann gemeinsam mit ihm in Kärnten fischen gegangen. Als ein Freund meinen Sohn und mich vor knapp zwei Jahren das erste Mal zum Angeln mitnahm, hat es bei meinem Sohn auch gefunkt.

Erinnerung an eine „längst vergangene Zeit“

Morgens um 5:30 Uhr an einem See in Niederösterreich. Fünf Männer stehen verschlafen, aber zufrieden am Ufer und richten die Montagen für das geplante Forellen- und Zanderfischen. Nach fast einer halben Stunde zeigen die zwei Bissanzeiger Bewegung. Ein flotter, aber behutsamer Drill und schon liegen die ersten Fische im Kescher. Ja, mein damals 11-jähriger Sohn erledigt auch den nächsten Schritt. Den Fisch auf die Abhakmatte legen, betäuben, Kiemenschnitt und ausnehmen. Das gehört dazu, wenn man ein Fischer sein will. Waid- und artgerecht muss es jedoch verpflichtend vor sich gehen.

Vom Schmiedl zum Schmied

Nach einigen Male Mitgehen und noch ohne eigene Ausrüstung, hat mich dann mein Sohn erneut überrascht. Er hat sich im Internet über die Bestimmungen des Niederösterreichischen Fischereigesetzes 2001 informiert und erklärt, dass er gerne die amtliche Fischerprüfung machen möchte. Natürlich braucht er dafür eine adäquate Ausrüstung. Tja, selbst bin ich ja auch gerne fischen gegangen und das nun mit meinem Sohn zu vertiefen, klingt doch super. Gesagt, getan. Wir sind als Fremde ins Fischereigeschäft und als „beste Freunde“ und vollem Kofferraum wieder herausgekommen. Gleichzeitig haben wir uns beide für die theoretische Fischereiprüfung angemeldet und auch fleißig für die Prüfung gelernt. Seit einem halben Jahr besitzen wir nun eine gültige Fischerkarte! Yes!

Hartes Lehrgeld und schöne Momente

Sobald wir die Fischerkarte in den Händen hatten, sind wir auch schon los, um jeweils eine Lizenz zu erwerben. Jetzt dürfen wir an einem Fluss und an zwei Teichen in Niederösterreich Fische entnehmen. Natürlich nur zu den erlaubten Zeiten (Schonzeiten sind zu beachten) und nur Fische mit der richtigen Größe (Brittelmaß). Um es kurz zu machen: die ersten zehn Mal war „Nix“ – gar nix an der Angel. Das lag zum Teil an unserer Erfahrung, aber ist stark dadurch beeinflusst, dass heuer ein sehr heißer Sommer war und dass sowohl Fischreiher, Fischotter als auch leider Schwarzfischer „ihren Anteil“ holen. Spannend und lehrreich ist für uns aber auch die Arbeit in unserem Fischereiverband. Als Lizenznehmer müssen wir Arbeitsleistungen erbringen. Zuletzt waren wir beim Abfischen einer Teilstrecke der Piesting dabei, da dort in einem Ort die Brücken saniert werden. In drei Trupps sind wir mit den elektrisch aufgeladenen Keschern los und haben die vorgefunden Fische in Kübeln zu den Tanks auf den zwei mitfahrenden LKWs gebracht. Am Ende der Aktion sind alle Fische wieder an passender Stelle in der Piesting eingesetzt worden. Einen ganzen Tag in der Wathose durchs Wasser stapfen und dem Lastwagen nachgehen, ist eine schweißtreibende und anstrengende Arbeit. Es hat uns aber in Summe sehr viel Spaß gemacht.

Kurzurlaub zum Fischen an der Drau in Kärnten

Dass wir richtig liegen, hat uns der Aufenthalt im Fischereiparadies „Fishery Steffan“ gezeigt. Natur erleben, Neues lernen, Gemeinschaft, Motorboot fahren, Ruhe und dann den Fisch mit Respekt genießen. Ja, es ist eine eigene Philosophie!

Seit November 2015 an Bord der D.A.S. leitet der geborene Kärntner das Marketing & Kommunikation Team. Der studierte Betriebswirt ist seit seinem Berufseinstieg in einer renommierten Werbeagentur stets im Bereich Marketing, Kommunikation und Produktmanagement unterwegs. Apropos unterwegs. Privat reist er gerne, ist ein Heavy Sight See’er, schätzt die Kulinarik und einen guten Tropfen und versucht als Ausgleich regelmäßig ins Fitness Studio zu gehen sowie viel zu wandern. Für Bewegung sorgt auch eine zweijährige Labrador-Dame. Die restliche Freizeit bestimmen sein 11jähriger Sohn Maximilian und seine Frau.

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